IAA-Protest: für weniger Autos und mehr Klimaschutz

Pressemitteilung

#aussteigen: Demo und Radsternfahrt für die ganze Familie am Samstag. Bündnis wehrt sich gegen Verbot mehrerer Routen  

München, 6. September 2021. Weniger Autos und bessere Mobilität – weniger Verkehr und mehr Klimaschutz: Das sind die zentralen Forderungen des Aktionsbündnisses #aussteigen, das den Protest gegen grüne Täuschungsmanöver der Autokonzerne während der Internationalen Automobilausstellung (IAA) auf die Straßen in und um München tragen wird. Mit einer großen Demonstration und einer Radsternfahrt am Samstag, 11. September, will #aussteigen Druck für eine schnelle Mobilitätswende machen: weg von klimaschädlichen Verbrennungsmotoren hin zu sauberen Konzepten und weniger Individualverkehr. Erwartet werden tausende Teilnehmer:innen.

Am heutigen Montag haben Vertreter:innen des Bündnisses den Ablauf von Demonstration und Radsternfahrt öffentlich in München vorgestellt und begründet, warum #aussteigen dazu aufruft, sich der Autolobby entgegenzustellen.

Jonathan Kolb vom Landesvorstand der BUND-Jugend sagte: „Monster-SUV parken die Stadt voll, während Studierende ihr letztes Hemd geben, um auf engstem Raum in München leben zu können. Wir brauchen in unseren Städten mehr Platz für Menschen und weniger Platz für klimaschädliche Autos. Junge Menschen aus ganz Deutschland gehen dafür auf die Straße und fordern eine echt nachhaltige Verkehrspolitik. Jetzt!“

Marion Tiemann, Verkehrsexpertin von Greenpeace, stellte fest: „Die Autoindustrie müht sich hier in München verzweifelt, ihr klimaschädliches Geschäftsmodell zu kaschieren. Aber kein Hersteller kann sich glaubhaft als verantwortungsvoll präsentieren und gleichzeitig noch viele Jahre weitere Millionen Verbrenner verkaufen. An einem schnellen Verbrennerausstieg kommt kein Autobauer mit Anspruch auf Zukunft vorbei.“

Roland Süß vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac ergänzte: „Der Ausstieg aus dem Verbrenner ist überfällig. Ihn nur durch Elektroantriebe zu ersetzen, wird weder die Klimakrise lösen noch die sozialen Ungerechtigkeiten bei der Mobilität beseitigen. Wir brauchen eine echte Mobilitätswende mit mehr öffentlichem Verkehr und weniger Autos. Dem steht die Autoindustrie mit all ihrer Macht entgegen.“

Stadt will mehrere Routen der Radsternfahrt verbieten
Gegen das Verbot, bei der Radsternfahrt Autobahn-Abschnitte zu nutzen, läuft derzeit eine Klage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Am Freitag kündigte die Stadt zudem an, dass sie geplante Routen der Radsternfahrt komplett verbieten, verlegen oder kürzen will. Auch dagegen will das Bündnis notfalls juristisch vorgehen.

Andreas Schön vom ADFC München, Anmelder der Radsternfahrt: „Es ist absurd: Die Radsternfahrt, bei der die Menschen für klimaverträgliche Mobilität demonstrieren wollen, soll den Kfz-Verkehr möglichst wenig stören, sich räumlich stark einschränken und keinesfalls auf die Autobahn. Die IAA dagegen darf sich in der Stadt ausbreiten, Radwege blockieren und für die ‚Blue Lane’ die Autobahn nutzen. Dieses autozentrierte Denken zeigt, wie nötig unser Protest ist.“ 

Uwe Hiksch von den NaturFreunden Deutschlands, der die Demonstration angemeldet hat, kündigte an: „Am 11. September werden wir mit einer großen und bunten Demonstration in München unseren Protest gegen die Automesse IAA auf die Straße bringen, es werden auch viele Familien kommen. Mit Tausenden Menschen werden wir deutlich aufzeigen: Die Zukunft der Mobilität gehört dem ÖPNV und dem Fuß- und Radverkehr.“

Die Auftaktkundgebung beginnt am Samstag um 12 Uhr auf der Theresienwiese. Mit dem Demonstrationszug durch die Innenstadt umrunden die Teilnehmer:innen ab 13 Uhr in einer großen Schleife den Hauptbahnhof. Die Fahrraddemo soll sich aus allen Himmelsrichtungen, streckenweise über Autobahnen, Bundesstraßen und den Mittleren Ring, sternförmig auf München zubewegen. Für Eltern mit kleinen Kindern gibt es eine Familienroute. Die Demonstrationen enden mit einer gemeinsamen Abschlusskundgebung gegen ab 15 Uhr auf der Theresienwiese.

Radsternfahrt und Demo im Überblick


Die große Radsternfahrt am 11. September, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München organisiert, bildet den Höhepunkt der IAA-Demo #aussteigen. Die finale Streckenführung und der genaue Zeitplan der Radsternfahrt befinden sich derzeit noch in Abstimmung mit dem KVR.

Teilnehmende sollten sich daher kurz vor dem Start der Radsternfahrt über den aktuellen Verlauf informieren. Alle Updates des Ablaufs und Routenverlaufs finden sich immer unter: www.adfc-muenchen.de/sternfahrt und www.iaa-demo.de/sternfahrt

Überraschende Einschränkungen der Radsternfahrt seitens der Stadt München
Gegen das von der Versammlungsbehörde München (KVR) verfügte Verbot bei der Radsternfahrt kurze Abschnitte der Autobahnen A96 (ab Gräfelfing) und A94 (ab Messe) zu nutzen, klagt das Bündnis #aussteigen derzeit vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Ein Urteil steht noch aus.

Am Freitag, 3.9., kündigte die Stadt zudem kurzfristig an, dass sie darüber hinaus weitere Routen der Radsternfahrt komplett verbieten, verlegen und kürzen will. Auch gegen die Untersagung von kompletten Demozügen will das Bündnis notfalls juristisch vorgehen, bei konkreten Streckenverläufen zeigt es sich gesprächsbereit. Derzeit werden vom ADFC München Alternativrouten geplant, um für jeden Fall vorbereitet zu sein.

Andreas Schön, 1. Vorsitzender ADFC München und Organisator der Radsternfahrt: „Der geplante Umfang der Radsternfahrt lag den Behörden seit 11 Monaten vor, acht Tage vor der Demo erklären sie nun, dass Routen verboten, umgeleitet oder gekürzt werden sollen. Man hat uns keine plausiblen Gründe genannt, die man uns nicht schon sehr viel früher hätte mitteilen können. Die Vorschläge sind zum Teil kurios. So soll einer der Demozüge jetzt am Müllberg starten - welch Symbol für die Wertschätzung des Radverkehrs. Das werden wir nicht hinnehmen.“

16 Demozüge: So ist die Radsternfahrt geplant
Von zahlreichen Startorten in der gesamten Münchner Metropolregion aus fahren die Radfahrer:innen mit elf Demozügen auf autofreien und polizeigesicherten Strecken in die Landeshauptstadt. Zu ihnen stoßen in München Radfahrende, die sich vorab an vier Treffpunkten in der Stadt zu vier weiteren Demozügen sammeln. Eine gesonderte Kinder-Raddemo startet im Olympiapark. Alle 16 Demozüge radeln zur zentralen Kundgebung auf der Theresienwiese.

Geplante Startorte in der Region
Die Rad-Demozüge starten voraussichtlich in Augsburg, Herrsching, Weilheim, Geretsried, Petershausen, Neufahrn, Freising, Erding, Grafing, Rosenheim und Holzkirchen. Unterwegs gibt es auf allen Strecken zahlreiche Sammelorte für Radfahrer:innen, die sich anschließen möchten. Die Streckenführung ist auch hier noch in Abstimmung und kann sich bis zum Demo-Start noch ändern.

Geplante Startpunkte in München
Aufstellung ab 12.30 Uhr, Abfahrt um 13.00 Uhr

  • Schloss Nymphenburg
  • Studentenstadt
  • Ostbahnhof
  • Westpark

Achtung: Die genauen Treffpunkte sind mit den Behörden noch in Klärung und werden schnellstmöglich bekanntgegeben
auf www.adfc-muenchen.de/sternfahrt und www.iaa-demo.de/sternfahrt

Familien- und Kinder-Raddemo
Aufstellung ab 13.00 Uhr, Abfahrt um 13.30 Uhr

  • Olympiapark, Sea Life, Willi-Daume-Platz 1
    Geplant ist eine 6 km lange Route zur Theresienwiese

Demo-Protestzug ohne Rad
Start um 12.00 Uhr mit Auftakt-Kundgebung

  • Theresienwiese: Start und Ende (14.30 Uhr)
    Geplant ist eine große Runde um den Hauptbahnhof und vorbei am Open Space der IAA.

Abschluss-Kundgebung für alle auf der Theresienwiese
Start gegen 15.00 Uhr, Ende ca. 17.00 Uhr

  • Mit großer Bühne, tollen Bands und prominenten Gästen werden wir auf der Theresienwiese gemeinsam mit den Bündnispartnern die Forderungen bekräftigen. Die Forderungen können auf der Aktionsseite www.iaa-demo.de/aufruf nachgelesen werden.

Spielregeln, Teilnahmebedingungen, Hygienekonzept & Tipps für die Heimfahrt
Die Teilnahme an der Radsternfahrt und Demo ist kostenfrei und erfolgt auf eigene Verantwortung. Alle Spielregeln und Teilnahmebedingungen im Überblick. Für die Veranstaltung gibt es ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept. Dabei gelten die derzeitigen Abstands- und Hygieneregeln. 
Für die Teilnehmenden gibt es zudem viele Informationen und Tipps, die eine sichere und gute Rückreise, insbes. mit der Bahn, gewährleisten sollen. Alle Infos zur Heimfahrt.

Weitere Informationen
www.adfc-muenchen.de/sternfahrt und www.iaa-demo.de/
Zur Klage gegen das Autobahnverbot
#aussteigen-Demo fordert „Autobahn frei!“ für Radsternfahrt

Autobahn-Verbot: #aussteigen-Bündnis geht in die nächste Instanz

Hinweise für Redaktionen
Bildmaterial finden Sie im Anhang. Bei Nutzung bitte folgende Angabe verwenden: Foto: ADFC / Tobias Hase. Diese Presseinformation und weitere Meldungen gibt es online in unserem Pressebereich.
Weitere Pressekontakte: www.iaa-demo.de/presse

Terminhinweis: Das Bündnis plant für den Morgen des 11. September zum Auftakt der Demo und Radsternfahrt eine weitere Pressekonferenz in München. Eine separate Einladung folgt.

Über das Bündnis: Das Aktionsbündnis aus Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NaturFreunde Deutschlands und dem ökologischen Verkehrsclub VCD hatte sich bereits 2019 zum friedlichen Protest gegen die letzte in Frankfurt stattfindende IAA zusammengefunden. Neu dabei ist in diesem Jahr das globalisierungskritische Netzwerk Attac. Das Bündnis der Umwelt- und Verkehrsverbände fordert eine echte Mobilitätswende mit deutlich reduziertem Autoverkehr und viel mehr Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Weitere Informationen finden Sie unterwww.iaa-demo.de.

Martina Tollkühn
Referentin Kommunikation & Marketing
ADFC München e.V.
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