Winterdienst auf Radverkehrsanlagen

Pressemitteilung

Umfrage zeigt Verbesserungsbedarf

Der Wunsch nach einem deutlich besseren Winterdienst für den Radverkehr und der Bedarf von mehr Information der Autofahrer über die Rechte des Radler – das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Umfrage zum Münchner Winterdienst.

Durchgeführt hat sie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München von 9. bis 31. Mai auf seiner Webseite. Auf www.adfc-muenchen.de hat er nun auch die Ergebnisse veröffentlicht. Zuvor hatte der ADFC bereits die Auswertung der Umfrage und seine daraus resultierenden Forderungen den Stadtratsfraktionen und dem Baureferat übergeben. So bleibt ausreichend Zeit, sie bereits bei den Planungen für den nächsten Winter zu berücksichtigen. 

Die ADFC-Umfrage ist mit fast 400 Teilnehmenden die bislang umfangreichste und aussagekräftigste Erhebung in München zum Thema Winterdienst auf Radverkehrsanlagen. Mehr als 60 Prozent der Teilnehmenden nutzen selbst im Winter täglich das Rad, wie sie auf eine entsprechende Frage angaben. Diese Zahl macht zum einen deutlich, dass das Fahrrad auch im Winter in breiten Schichten ein gängiges Verkehrsmittel ist. Zum anderen unterstreicht sie die Qualität der Umfrageergebnisse: Ihre Meinung kundgetan haben Leute, die den Winterdienst aus ihrer ganzjährigen Radfahrpraxis heraus wirklich einschätzen können. 

In der Vergangenheit hatte der ADFC wiederholt auf den mangelnden Winterdienst bei Radverkehrsanlagen hingewiesen und auf die späte oder ausbleibende Räumung der Wege. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, wie berechtigt diese Kritik war. So haben die Befragten mehrheitlich in den letzten Jahren kaum Verbesserungen wahrgenommen und wenn, dann nur geringfügige, die allerdings ihrer Einschätzung nach in die richtige Richtung gingen. 

Die Umfrageteilnehmer erlebten Radwege an Hauptstraßen und ausgeschilderte Radrouten im letzten Winter selten oder nie geräumt und falls doch geräumt, dann nur lückenhaft. Waren benutzungspflichtige Radwege nicht von Schnee und Eis befreit, so verhielten sich mehr als 60 Prozent der Befragten korrekt und radelten auf der Fahrbahn. Ein erschreckend hoher Anteil fuhr allerdings verbotswidrig auf dem Gehweg, einige selbst dann, wenn auch der nicht geräumt war.

Ein möglicher Grund hierfür könnte der Autoverkehr sein. Fast alle Teilnehmer an der Umfrage beklagten Probleme mit Autofahrern, wenn sie auf der Fahrbahn radelten. Beinahe alle berichteten von zu geringem Seitenabstand, viele von Beleidigungen, Hupen und zu dichtem Auffahren. 17 Prozent nennen sogar bedrohliche Gefährdungen und Nötigungen. Dabei dürfen Radfahrende auch bei einem benutzungspflichtigen Radweg ganz legal auf der Fahrbahn fahren, wenn dieser nicht geräumt ist. Mehr als drei Viertel der Autofahrer kennen diese Regelung jedoch nicht, schätzten die Befragten. Daran muss sich etwas ändern und zwar bereits im nächsten Winter. Der ADFC fordert hier die Stadt München auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen wie etwa Plakataktionen, Kinospots oder die Verteilung von Flyern. Bereits bestehende Informationsquellen über geräumte Radwege oder das Winter-Telefon der Stadt München kannten nur sehr wenige der Befragten. Auch hier besteht aus Sicht des ADFC ein hoher Bedarf, diese Angebote bekannter zu machen.

„Trotz guten Willens auf Seiten der Landeshauptstadt liegt beim Winterdienst für den Radverkehr noch vieles im Argen“, erklärt Martin Glas, stellvertretender Vorsitzender des ADFC München. „Wir fordern hier insbesondere, dass die Radverkehrsanlagen entlang von Hauptstraßen beim Winterdienst durchgängig berücksichtigt werden.“ Zu bedenken gab Glas ferner, dass die Mehrheit derjenigen, die bei schlechten Zuständen auf den Radwegen das Radl im Winter stehen ließen, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. „Der MVV ist aber ohnehin schon an seiner Kapazitätsgrenze. Wir wünschen uns als ADFC, dass die Verantwortlichen vor diesem Hintergrund das Thema Winterdienst auf Radverkehrsanlagen im kommenden Winter zielstrebig angehen.

“Erschreckend: 18 Prozent der Befragten hatten im Winter 2012/13 einen Unfall, der auf nicht oder schlecht geräumte Wege zurückzuführen war. Ein Drittel der Verunglückten zogen sich sogar Verletzung dabei zu.

© ADFC München 2019



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