München ist 2013 fahrradfreundlicher geworden

Pressemitteilung Benutzungspflicht Lindwurmstraße Rosenheimer Straße

Bilanz 2013 für den Radverkehr

Eine leicht positive Bilanz für den Radverkehr in der Landeshauptstadt München zieht der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München kurz vor seiner Mitgliederversammlung am 10. Januar 2014. Noch nie nutzten so viele Münchnerinnen und Münchner das Fahrrad, um einfach, schnell und sicher zur Arbeit und zum Einkaufen zu kommen und sich in der Freizeit entspannt oder sportlich zu betätigen. Die Gruppe der Radler ist unter allen Verkehrsteilnehmern diejenige, die mit Abstand am schnellsten wächst. Bemerkenswert ist auch der Anstieg an Lastenfahrrädern im Stadtbild, die immer häufiger ein Auto ersetzen. Ein Fahrradanteil von zwanzig Prozent bei der Wahl des Verkehrsmittels bezogen auf alle zurückgelegten Wege scheint in greifbarer Nähe. Die imposante Zunahme des Radverkehrs in den letzten Jahren ist nach Auffassung des ADFC das Ergebnis vieler kleiner und großer Maßnahmen, welche die Stadtregierung beschlossen und umgesetzt hat. Der ADFC München war dabei eine der treibenden Kräfte und machte zu vielen Planungen konstruktive Verbesserungsvorschläge.

Positiv herauszuheben sind nach Ansicht des ADFC für 2013 insbesondere die Umgestaltung der Kapuzinerstraße, der Beschluss zur Verbesserung des Winterdienstes, die Aufhebung weiterer Radwegebenutzungspflichten sowie die Verdoppelung der Anzahl der Fahrradstraßen. Damit sind einige Verbesserungen für den Radverkehr erreicht. Andere Beispiele zeigen gleichzeitig, dass noch großer Handlungsbedarf besteht.

Radwegebenutzungspflichten

So hat die Stadt München die Radwegebenutzungspflichten erst in fünf von 25 Stadtbezirken überprüft. Bei diesen Überprüfungen wurden wie vom ADFC erwartet viele blaue Radweg-Schilder entfernt und die damit verbundenen Benutzungspflichten aufgehoben. Radfahrer haben dort jetzt die Wahlfreiheit, ob sie auf dem Radweg oder lieber auf der Fahrbahn fahren möchten. Für diese Wahlfreiheit setzt sich der ADFC seit Langem ein und fordert von der Landeshauptstadt die zügige Überprüfung der restlichen zwanzig Stadtbezirke. Denn bereits seit 1997 sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass Radfahrer grundsätzlich auf der Fahrbahn fahren sollen und nur an unfallträchtigen Stellen verpflichtet werden, den Radweg zu benutzen. Die zunehmende Aufhebung von Radwegebenutzungspflichten erfordert von Autofahrern aber auch eine erhöhte Aufmerksamkeit: Sie müssen vermehrt mit Radfahrern auf der Straße zu rechnen. Der ADFC appelliert an sie, Radfahrer nur dann zu überholen, wenn sie auch den dabei vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten können. In der Praxis ist das wohl nur dann machbar, wenn die benachbarte linke Spur oder die Gegenfahrbahn zum Überholen zur Verfügung stehen.

Winterdienst auf Radverkehrsanlagen

Dass das Fahrrad mittlerweile für viele zum Ganzjahresverkehrsmittel geworden ist, zeigen die auch im Winter relativ hohen Nutzungszahlen. Dem wird jetzt der 2013 verabschiedete Stadtratsbeschluss zur Verbesserung des Winterdienstes für den Radverkehr gerecht. Der ADFC sieht ihn auch als Ergebnis seiner langjährigen, konstruktiven Bemühungen. Zuletzt hatte der Fahrradclub die Ergebnisse einer im Frühjahr 2013 durchgeführten großen Online-Umfrage und auf ihr basierende Vorschläge eingebracht. In diesem Winter wird es erneut eine Online-Umfrage des ADFC zum Winterdienst geben. Sie soll erfassen, wo bereits Verbesserungen zu sehen sind und wo noch optimiert werden muss.

Rosenheimer Straße und Lindwurmstraße

Enttäuscht zeigt sich der ADFC, dass in der Rosenheimer Straße und Lindwurmstraße trotz langjähriger Planungen immer noch keine Radfahrstreifen auf der Fahrbahn realisiert wurden. Hier wünscht sich der Radfahrerverband ein deutliches Zeichen. „Die Einschränkungen für den Autoverkehr stehen in keinem Verhältnis zum großen Nutzen für den Radverkehr“, so der stellvertretende ADFC-Vorsitzende Martin Glas. „Radfahrstreifen in der Rosenheimer Straße und Lindwurmstraße sind angesichts der enorm gestiegenen Zahl von Radlern eine logische Konsequenz, die das Radfahren noch attraktiver macht und zum Umsteigen aufs Rad motiviert.“

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