Kritik an Stadtratsentscheidung

Pressemitteilung Rosenheimer Straße

Münchner Umwelt- und Verkehrsverbände fordern Platz für sicheres Radeln in der Rosenheimer Straße.

An der Rosenheimer Straße, Ecke Balanstraße ist derzeit ein riskantes Einfädeln in den fließenden Verkehr erforderlich

Die Umweltschutzorganisation Green City e.V., der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München e.V., der Bund Naturschutz (BN) Kreisgruppe München e.V., der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kreisverband München e.V. und der FUSS e.V. kritisieren die Entscheidung des Münchner Stadtrates gegen einen Radfahrstreifen in der Rosenheimer Straße. Mit einer Online-Petition fordern sie von PolitikerInnen der SPD, CSU und FDP eine mutige und vor allem zeitnahe Umsetzung des Radfahrstreifens.

Die aktuelle Verkehrssituation in der Rosenheimer Straße ist für RadfahrerInnen untragbar. Sie müssen sich zwischen Orleansstraße und Balanstraße in den fließenden KFZ-Verkehr einfädeln und werden von Fahrzeugen mit Tempo 50 ohne ausreichenden Sicherheitsabstand überholt. Hier klafft eine Lücke im Radverkehrsnetz und viele RadfahrerInnen haben Angst, wenn sie hier auf der Fahrbahn radeln. Die Stadträte von SPD, CSU und FDP haben sich gegen Radfahrstreifen in der Rosenheimer Straße entschieden. Dabei würden die Radfahrstreifen trotz des Wegfalls von je einer Autospur die Leistungsfähigkeit der Straße für den Autoverkehr kaum beeinträchtigen. Das bestätigen Berechnungen des Verkehrsplanungsbüros Kaulen im Auftrag der Stadt. Die PolitikerInnen zeigen somit zwei Monate vor der Kommunalwahl, dass sie die Interessen der AutofahrerInnen für wichtiger halten als die Sicherheit der RadfahrerInnen. Gemeinsam mit den Münchner BürgerInnen wollen die Verbände jetzt zeigen, wie wichtig ein Radfahrstreifen in der Rosenheimer Straße ist. Sie rufen alle BefürworterInnen auf, die gemeinsame Online-Petition zu unterzeichnen.

"Als Tor zur Innenstadt sollte man auf der Rosenheimer Straße nicht den roten Teppich für Autofahrer ausrollen, sondern hier ganz gezielt auf aktive Mobilität, also Fuß- und Radverkehr setzen", sagt Andreas Schuster, Mobilitätsleiter bei Green City. Dominik Lypp, Projektstelle Mobilität der BN Kreisgruppe München ergänzt: "Es ist blamabel für die selbsternannte Radlhauptstadt München, dass auf dieser Strecke den RadfahrerInnen der Schutz ihrer Gesundheit und ein schnelles Vorwärtskommen verweigert werden." Martin Glas, stellvertretender Vorsitzender des ADFC München, kritisiert die politische Entscheidung: "Die von einer Stadtratsmehrheit favorisierte Alternativroute über die Lothringer Straße geht völlig an der Realität vorbei. Die Radlerinnen und Radler würden diesen Umweg schlicht und einfach nicht annehmen und sie ginge am Weißenburger Platz zu Lasten des Fußverkehrs." Paul Bickelbacher, Vorsitzender von FUSS e.V., fügt hinzu: "Unsichere RadfahrerInnen trauen sich in der Rosenheimer Straße nicht auf die Fahrbahn und nutzen den Gehsteig. So kommt es, bedingt durch die jetzige Verkehrsführung, zu Konflikten zwischen Fuß und Radverkehr, die mit dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Radstreifen deutlich reduziert würden."

Die Münchner Umwelt- und Verkehrsverbände fordern von den politischen Entscheidungsträgern der Stadt München ohne weitere Prüfung eine mutige und zeitnahe Lösung für die Rosenheimer Straße. Die von der Verwaltung, dem Bezirksausschuss und der Bürgerversammlung Haidhausen favorisierten beidseitigen Radfahrstreifen würden gefährliche Einfädelvorgänge überflüssig machen, eine gefährliche Lücke im Münchner Radverkehrsnetz schließen und RadfahrerInnen im Sichtfeld der motorisierten Verkehrsteilnehmer belassen.

Link zur Online Petiton:https://www.openpetition.de/petition/online/jetzt-radfahrstreifen-in-der-rosenheimer-strasse-sicheres-radeln-braucht-platz

© ADFC München 2022

Unsere Radreisen 2022

Werbung