Pressetermin Klingel-Demo: Mobilitätsprämie statt Autoprämie!

Pressemitteilung

Datum: Mittwoch, 3.6.2020
Zeit: 16:30-17:00 Uhr Demo
Ort: Max-Joseph-Platz

Zum Weltfahrradtag am morgigen Mittwoch, den 3. Juni, will der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) gemeinsam mit den Bündnispartnern des Radentscheid München nochmal ein deutliches Signal für eine nachhaltige Mobilitätsprämie setzen. Mit lautem Fahrrad-Geklingel protestieren die Teilnehmenden gegen die drohenden ökologisch und ökonomisch widersinnigen Subventionen für die Autoindustrie. Verkehrswende statt Autoprämie!

München, 2.6.2020 – Zwar wurde der „Autogipfel“ im Kanzleramt, der am heutigen Dienstag, 2.6., stattfinden sollte, abgesagt, aber eine „Autoprämie“ ist noch nicht endgültig vom Tisch. Unter anderem hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder öffentlich für eine solche Prämie ausgesprochen. Der ADFC erwartet, dass die Bundesregierung auf den massiven Widerstand in der Gesellschaft gegen eine Abwrackprämie reagiert – und statt einer reinen Kaufprämie für Autos auch die Anschaffung von Fahrrädern, Pedelecs und Cargobikes sowie Bahn-Abos fördern wird. Der Fahrrad-Club fordert damit eine nachhaltige und zukunftsfähige Investitionsoffensive.

Bernadette Felsch, Landesvorsitzende des ADFC Bayern, sagt: „Schon die Abwrackprämie 2009 hat keinerlei Verbesserungen für die Mobilität gebracht, im Gegenteil: Von der einseitigen Auto-Förderung konnten schon damals vor allem reichere Menschen und ausländische Autofirmen profitieren. Die Gefahr ist zudem groß, dass nun besonders umweltschädliche und für den Rad- und Fußverkehr gefährliche SUVs gekauft werden. Das darf nicht geschehen und dafür setzen wir am Weltfahrradtag ein Zeichen. Wenn überhaupt Steuergeld verschenkt wird, dann bitte nicht für private Kfz, sondern für zukunftsfähige, umweltfreundliche Mobilität und für eine Infrastruktur, die allen nutzt!“

Andreas Groh, 1. Vorsitzender ADFC München, erklärt: „Dieser verkehrspolitische Unsinn in Form von Kaufanreizen für neue Abgasautos muss verhindert werden. Noch mehr Menschen zu verleiten, ins Auto zu steigen, ist ein Schritt in die falsche Richtung. Mobilität ist mehr als nur das Auto. Auch der Kauf eines E-Lastenrads oder eines ÖPNV-Abos muss gefördert werden. Wir brauchen eine umweltfreundliche Infrastruktur und moderne Mobilität, die niemanden ausschließt. Der Radverkehr kann in Städten wie München einen großen Beitrag zur Verkehrswende leisten. Dafür müssen Geld und Platz fair verteilt werden.“

Hintergrund: Eine repräsentative Umfrage der Allianz pro Schiene zeigt, dass rund 60 Prozent der Bundesbürger sich dafür aussprechen, statt einer erneuten Abwrackprämie eine breit angelegte Mobilitätsprämie einzuführen. Auch laut ZDF „Politbarometer“ stößt die staatliche Prämie für den Kauf neuer Autos bei den Befragten auf wenig Zustimmung. Lediglich 9 Prozent sind in jedem Fall für eine solche Prämie, 28 Prozent befürworten sie nur für besonders umweltfreundliche Autos und 61 Prozent lehnen eine Auto-Kaufprämie generell ab.

Hinweis für Redaktionen:
Der Termin ist für Bild- und Filmberichterstattung geeignet.

Pressekontakte:
Laura Ganswindt, Pressesprecherin ADFC Bayern, presse(..at..)adfc-bayern.de,
Mobil: 0160-8544366
Martina Tollkühn, Pressereferentin ADFC München, presse(..at..)adfc-muenchen.de,
Mobil: 0151-17068600

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, davon mehr als 29.000 in Bayern und über 8000 in München, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

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