Dienstfahrrad statt Dienstwagen

Pressemitteilung

Green City e.V. und ADFC München fordern innovative Lösungen für Münchner Arbeitnehmer

Nachdem die steuerrechtlichen Bedingungen seit Ende 2012 verbessert sind, fordern der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) München und die Umweltorganisation Green City e.V. Münchner Unternehmen auf, ihren Mitarbeitern Dienstfahrräder zur Verfügung zu stellen. Als großer Arbeitergeber in der Region sollte vor allem die Landeshauptstadt München mit gutem Beispiel vorangehen und Angestellten in Verwaltung und Eigenbetrieben Diensträder anbieten. 

Für Fahrräder und Elektroräder gilt seit Dezember 2012 ebenfalls das Dienstwagenprivileg im Steuerrecht. Umgangssprachlich wird dies oft als Ein-Prozent-Regelung bezeichnet. ArbeitnehmerInnen können einen Teil des Gehalts oder ihre Gehaltserhöhung in Form eines hochwertigen Fahrrads erhalten. Damit sparen sogar beide Seiten, also ArbeitnehmerInnen wie Unternehmen, durch reduzierte Lohnsteuer und Sozialabgaben. 

Viele MünchnerInnen haben einen Arbeitsweg von weniger als zehn Kilometern. Eine ideale Entfernung, um statt des Autos ein Fahrrad oder Elektrorad zu nutzen und so die Straßen der Stadt zu entlasten und schneller, gesünder und entspannter auf der Arbeit anzukommen. Denn Studien zeigen, dass ArbeitnehmerInnen, die das Radl für den Arbeitsweg nutzen, im Durchschnitt geringere Fehlzeiten haben. 

Der ADFC erwartet durch das neue Steuerrecht eine stärkere Nachfrage nach hochwertigen Fahrrädern, Elektrorädern und Cargo-Bikes. Ein positiver Effekt ist die höhere Verkehrssicherheit auf Arbeits- und Dienstwegen: Die Sicherheitsausstattung dieser Räder, wie Beleuchtung oder Bremsen, ist meist von besserer Qualität und damit langlebiger als bei konventionellen Fahrrädern. Alle Unternehmen und Einrichtungen der Landeshauptstadt München sind daher aufgefordert, ihren MitarbeiterInnen Dienstfahrräder zur Verfügung zu stellen. 

„Da ArbeitnehmerInnen die Diensträder nicht nur für den Arbeitsweg, sondern auch privat nutzen können, sind die positiven Effekte für Klimaschutz und Verkehrssicherheit sogar doppelt hoch“, freut sich Andreas Schuster, Leiter des Bereichs Mobilität bei Green City e.V. Fahrräder haben einen Vorteil gegenüber Dienst-PKWs, deren private Nutzung ökologische Alternativen wie Fahrrad und ÖPNV in der Freizeit unattraktiver machen und damit ein deutliches Mehr an Kfz-Verkehr und Emissionen auf Münchner Straßen verschulden. 

Auf einen weiteren Vorteil, den radelnde ArbeitnehmerInnen gegenüber Autofahrern haben, weist der stellvertretende Vorsitzende des Münchener ADFC, Martin Glas, hin: „Anders als bei der Dienstwagenregelung müssen Radfahrer den Arbeitsweg nicht extra versteuern“. 

Zum Hintergrund: 

Für Dienstwagen, die auch privat genutzt werden dürfen, gilt seit vielen Jahren eine Pauschale in Form der 1%-Regelung. Der Arbeitnehmer versteuert als geldwerten Vorteil monatlich ein Prozent des Listenpreises des Fahrzeugs. Dass dies nun auch für Fahrräder und Elektroräder gilt, ist unter anderem dem ADFC zu verdanken. Er hatte sich gemeinsam mit anderen Verbänden seit langem für eine Gleichbehandlung von Fahrrädern und Kfz im Steuerrecht eingesetzt. Denn bisher galt eine wenig praktikable Regelung: Entweder war der Nutzwert eines Fahrrades komplett zu versteuern oder der Arbeitnehmer musste jede einzelne Fahrt in einem Fahrtenbuch festhalten, um den Anteil der steuerpflichtigen privaten Nutzung zu ermitteln. Die neue Regelung hingegen ist gerechter und einfacher anzuwenden. 

ADFC Kreisverband München 

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