ADFC München zu Verkehrsunfallstatistik 2021: Sicherheit von Radfahrenden priorisieren!

Pressemitteilung

Die Zahl der Radunfälle in München und dem Landkreis ist im vergangenen Jahr erfreulicherweise um 13 Prozent auf 2975 gesunken. Trotzdem verletzten sich 2658 Radfahrer:innen, 318 davon schwer, und 4 wurden getötet. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München geht davon aus, dass der Rückgang in erster Linie pandemiebedingt ist, da die Radinfrastruktur nicht grundlegend verbessert wurde. Der ADFC fordert die Stadt daher auf, für mehr Verkehrssicherheit die Radinfrastruktur mit deutlich höherem Tempo und dem gestiegenen Bedarf entsprechend auszubauen.


München, 7.3.2022 – Obwohl die Zahl der im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen in München getöteten und verletzten Radfahrer:innen gesunken ist, sieht der ADFC München keinen Grund zur Entwarnung. Der Rückgang bei den Unfallzahlen ist aus Sicht des ADFC München in erster Linie ein Effekt der Pandemie. Durch vermehrtes Arbeiten im Homeoffice waren deutlich weniger Autos unterwegs – die Hauptunfallgegner der Radfahrenden. Zudem lagen die Unfallzahlen im Vergleichsjahr 2020 auf trauriger Rekordhöhe. Bei der Verkehrssicherheit für Radfahrende hat sich in München dagegen 2021 nichts Entscheidendes verbessert.

Andreas Schön, 1. Vorsitzender des ADFC München, sagt: „Die Unfallzahlen von Radfahrenden bleiben trotz des Rückgangs besorgniserregend. Mit 4 getöteten und 2658 verletzten Radfahrenden ist München weit entfernt von der Vision Zero, die keine Toten und Schwerverletzten im Verkehr zum Ziel hat.Bisher kommt der für die Sicherheit der Radfahrenden dringend notwendige Ausbau der Radinfrastruktur nur im Schneckentempo voran – wir müssen jetzt endlich einen großen Schritt nach vorne machen.”

Und Schön ergänzt: „Wir brauchen schnell zeitgemäße, bedarfsgerechte Radwegenetze, damit auch weniger sattelfeste Radfahrende sowie Kinder und ältere Menschen aufs Rad steigen und ungefährdet unterwegs sein können. Sichere Straßen für alle sind machbar. Dafür braucht es vor allem den Mut, die Sicherheit der ungeschützten Verkehrsteilnehmenden höher zu priorisieren als einen möglichst schnell fließenden Kfz-Verkehr. Nur wenn das Radeln für alle Menschen von Jung bis Alt sicher und attraktiv ist, steigen mehr Menschen auf das umweltfreundlichste aller Verkehrsmittel um. Radfahren darf kein Risiko sein!“ Der ADFC fordert die Stadt München auf, gefährliche Unfallstrecken bei der Auswahl der nächsten Maßnahmen des Radentscheid hoch zu priorisieren.

Der ADFC begrüßt den nun angekündigten Einsatz von hauptamtlichen Fahrradstreifen, die der Fahrrad-Club seit vielen Jahren fordert. Das erhöht die Verkehrssicherheit und legt den Fokus speziell auch auf die täglichen Probleme und Herausforderungen der Radfahrenden.

Lösungen für mehr Verkehrssicherheit
Um Unfallrisiken für Radfahrende zu minimieren und Leben zu schützen, sind geschützte Radwege, sichere Kreuzungen mit getrennten Ampelschaltungen und guten Sichtbeziehungen, Tempo 30, verpflichtende LWK-Abbiegeassistenten und das konsequente Ahnden von Rad- und Gehwegparken notwendig. 

Weitere Infos
Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen Verkehrsunfallstatistik 2021 des Polizeipräsidiums München
https://fb.watch/bBI3SZwGFt/
https://twitter.com/PolizeiMuenchen/status/1500780661329719298?s=20&t=QUlIR3Afa01VaeM2kYlcZg

Diese Medieninformation und weitere Meldungen gibt es online in unserem Pressebereich.

Martina Tollkühn
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Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, davon mehr als 30.000 in Bayern und über 8500 in München, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

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