ADFC fordert mehr Raum für Radler entlang der Einfallstraßen

Pressemitteilung Lindwurmstraße Rosenheimer Straße

München ist fahrradfreundlicher geworden in den letzten Jahren, und die Nutzung des Fahrrads im Alltag boomt. Doch gerade an den großen Zubringerstraßen in Richtung Altstadt fassen die veralteten Bordsteinradwege die Massen von Radlern längst nicht mehr. Ein Überholen langsamerer Radfahrer ist auf den zu schmalen Wegen kaum möglich; mit Fußgängern auf den unmittelbar angrenzenden Gehwegen kommt es immer wieder zu Konflikten, insbesondere dort, wo Läden oder Cafés mit Aufstellern und Freischankflächen den Platz auf dem Gehweg noch weiter verringern; richtig gefährlich wird es an Kreuzungen und Einmündungen, wo Autofahrer beim Abbiegen die Radler oft viel zu spät oder gar nicht wahrnehmen. Vor diesem Hintergrund fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München mehr Raum für Radler entlang von Straßen wie der Rosenheimer Straße oder der Lindwurmstraße.

Schon 2009 hatte Stadtrat in seinem Grundsatzbeschluss zum Radverkehr Handlungsbedarf in der Rosenheimer Straße und der Lindwurmstraße benannt. Für die Rosenheimer Straße liegt inzwischen ein vom Planungsreferat ausgearbeitetes Konzept vor. Der ADFC begrüßt es, dass hier zwei Kfz-Spuren Radstreifen auf der Fahrbahn weichen sollen. Doch die für eine Umsetzung notwendige politische Entscheidung im Stadtrat steht noch aus.

Noch gar nichts Konkretes gibt es bei der Lindwurmstraße. Zwar hatte eine Verkehrszählung der Stadt im Mai 2011 ergeben, dass täglich 8.000 Radler die Lindwurmstraße passieren – Tendenz steigend. Und im August 2012 hatten bedingt durch Bauarbeiten vorübergehende Radfahrstreifen auf der Fahrbahn gezeigt, wie eine komfortable und insbesondere sichere Radverkehrsführung auf der Lindwurmstraße aussehen könnte. Doch bisher wurde noch nicht einmal eine repräsentative Verkehrsverträglichkeitsstudie durchgeführt, wie Green-City City e.V. bei der Stadtverwaltung recherchiert hat. Eine Umgestaltung der Lindwurmstraße könnte frühestens 2014 dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden, mit einer Umsetzung wäre so nicht vor 2015 zu rechnen.

Der ADFC schließt sich deshalb der Forderung der Umweltorganisation Green City e.V. an, dass auch in der Lindwurmstraße nun umgehend ein Schutz- oder Radfahrstreifen her muss! „Im Interesse der Sicherheit der Radlerinnen und Radler dürfen die Verantwortlichen hier nicht warten, bis die Wahlen vorbei sind“, erklärt dazu Martin Glas, stellvertretender Vorsitzender des ADFC München und Leiter seines Arbeitskreises Verkehr. Glas verweist dazu auf eine kürzlich veröffentlichte Studie der Unfallforschung der Versicherer zu Unfällen zwischen Kfz und Radfahrern beim Abbiegen. In ihr heißt es als Empfehlung zur Infrastruktur u.a.: „Aufgrund der besseren Sichtbarkeit der Radfahrer wird eine Führung auf der Fahrbahn oder eine fahrbahnnahe Führung empfohlen.“ Glas betont außerdem, dass die Baustellensituation im August 2012 ein großer Praxistest für Radfahrstreifen auf der Lindwurmstraße gewesen und auf viel Zustimmung gestoßen sei. In einer Online-Umfrage auf der Webseite des ADFC München hatten sich 72 Prozent der Befragten für eine Beibehaltung dieser Lösung mit Radfahrstreifen auf der Fahrbahn ausgesprochen.

Beispiel Lindwurmstrasse: Hier wurde während Kabelarbeiten auf Geh- und Radweg eine Autospur zum Fahrradstreifen umgewidmet. Foto: Hubert Ströhle

Fotodokumentation Fahrradstreifen Lindwurmstrasse auf den Seiten des BA 2

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