Hauptthesen der Kandidaten zum Radverkehr

WerHauptthesen zum Radverkehr
Dieter Reiter, SPD 
  1. Das Fahrrad ist aus verkehrs- und umweltpolitischen Gründen das ideale Fortbewegungsmittel in der Stadt und für viele auch Ausdruck urbaner Lebensqualität.
  2. Der Fahrradverkehr hat weiteres Wachstumspotenzial: Moderne Fahrräder und die immer mehr verbreitete Elektrounterstützung bringen neue Gruppen, darunter auch die Älteren, vermehrt zum Fahrradfahren. Die Akzeptanz auch regelmäßig weitere Strecken zurückzulegen steigt. Zudem wird durch Lastenräder oder Fahrradanhänger das Spektrum der Radnutzung ständig erweitert.
  3. Die Infrastruktur muss mit dem Wachstum des Radverkehrs Schritt halten und an die unterschiedlichen Anforderungen der Radler angepasst werden:
    • Radwege müssen so gestaltet werden, dass die Sicherheit gewährleistet ist und gefahrlose Überholvorgänge möglich sind.
    • Wir brauchen mehr komfortable, zügig zu befahrende Fahrradstraßen sowie durchgehende Radrouten, die Stadt und Umland verbinden.
    • Die Politik der Öffnung von Einbahnstraßen ist fortzusetzen, die direkte Innenstadtquerung muss möglich bleiben.
    • Für sicheren und zügigen Radverkehr ist die Straße oft besser geeignet als schmale Radwege neben dem Bürgersteig, die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht ist möglichst flächendeckend umzusetzen.
    • Wenn im Einzelfall eigene Radspuren entlang der Verkehrshauptachsen nicht möglich sind, dann müssen Alternativrouten möglichst attraktiv gestaltet werden: Vorfahrtsregelung, gute Beschilderung und ordentliche Straßenbeläge.
 
Joseph Schmid, CSU 
  1. Ausbau und Instandhaltung der Fahrradinfrastruktur sowie des Radwegenetzes in München
    • Das bestehende Radwegenetz muss zunächst ordentlich instandgesetzt werden;
    • Lücken im bestehenden Netz müssen baulich geschlossen werden (z.B. Möglichkeit einer Verbindung Giesinger Berg (evtl. Brücke) muss geprüft werden);
    • Räumung der Radwege im Winter ist eine ursprüngliche Forderung der CSU-Fraktion, welche jetzt kurz vor der Wahl auf einmal auch von rotgrün aufgegriffen wird;
    • Ausbau des Fahrradwegenetzes insbesondere in neu zu entwickelnden Gebieten z.B. Freiham;
    • Kooperation beim Ausbau des Radwegenetzes mit den Umlandgemeinden;
    • Mittel- bzw. langfristig können auch Projekte einer intelligenten Verkehrsteuerung durchgeführt werden, die ersten Entwicklungen dazu laufen bereits;
    • Entschärfung der Gefahrenstellen bei Brücken und Unterführungen.
  2. Verträgliches Nebeneinander aller Verkehre – neue Verkehrsräume erschließen
    • der motorisierte Verkehr soll in den Untergrund verlagert werden, dadurch entsteht insgesamt mehr Verkehrsraum;
    • gerade auf den Verkehrsachsen, z.B. Mittlerer Ring können dann an der Oberfläche, unabhängig vom motorisierten Individualverkehr, z.B. auch Radschnellwege entstehen.
 
Sabine Nallinger, Grüne 
  1. Der Radverkehr boomt, immer mehr Münchnerinnen und Münchner wollen und werden Radfahren. Um auf diese erfreuliche Entwicklung und die sich wandelnden Mobilitätsbedürfnisse der Menschen angemessen reagieren zu können, müssen die Ressourcen im Radverkehr massiv erhöht werden! Hier folge ich ganz klar den Empfehlungen des Nationalen Radverkehrsplans 2020 des ehemaligen CSU-Verkehrsministers Dr. Ramsauer, in dem für die kommunale Radverkehrsförderung 18 Euro pro Bürger und Jahr gefordert werden. Dies entspricht einer jährlichen Radlpauschale von 25 Mio. Euro für München, die ich einführen werde!
  2. Um das Radeln in München sicherer, einfacher und komfortabler zu machen, muss die Radinfrastruktur massiv ausgebaut und der öffentliche Verkehrsraum umverteilt werden. Es darf nicht sein, dass für das platzsparendste und damit auch stadtverträglichste Verkehrsmittel nur kleine „Restflächen“ zur Verfügung gestellt werden. Den benötigten Platz müssen wir dem motorisierten Individualverkehr (MIV) wegnehmen, weil fahrende und vor allem parkende Autos den knappen und damit wertvollen öffentlichen Raum völlig ineffizient belegen. Ich möchte den Straßenraum zukünftig von außen nach innen planen und damit die Nahmobilität deutlich stärken!
  3. Wie wir eine echte Radlhauptstadt mit 35% Radverkehrsanteil werden können, zeigen uns die Städte Kopenhagen und Amsterdam. Dort ist das Fahrrad das wichtigste städtische Verkehrsmittel und wird deshalb ganz selbstverständlich enorm gefördert - unabhängig von politischer Couleur oder verkehrsplanerischer Ideologie. Diese Konsequenz und Selbstverständlichkeit möchte ich auch in München erreichen, denn das Fahrrad kann einen herausragenden Beitrag zur weiteren Steigerung der Lebensqualität und zur Lösung vieler Probleme in unserer wachsenden Stadt leisten!
 
Dr. Michael Mattar, FDP 
  1. Ausbau von Fahrradwegen mit Vorrang direkt an der Fahrbahn der Straße. In der Innenstadt darf dies aber grundsätzlich nicht zu Lasten des fließenden Verkehrs gehen, wenn dadurch Staus erzeugt werden. Eine Reduzierung von Stellplätzen am Fahrbahnrand ist in Kauf zu nehmen.
  2. Shared Space hat Vorrang gegenüber einer Ausdehnung von Fußgängerzonen. Der „stärkere“ Verkehrsteilnehmer hat Rücksicht gegenüber dem schwächeren Verkehrsteilnehmer zu nehmen. Dies gilt auch gerade für die Route Odeonsplatz bis Rindermarkt.
 
Tobias Ruff, ÖDP Im Radverkehr sehen wir den effektivsten, kostengünstigsten und ökologischsten Beitrag das immense Verkehrsaufkommen in der Stadt zu bewältigen. Darüber hinaus ist der Radverkehr für uns auch ein Gradmesser für die Lebensqualität der Stadt, denn nur zu Fuß oder mit dem Rad ist eine Stadt wirklich erlebbar. Hier eine Reihe von Forderungen, die wir in unser Kommunalwahlprogramm aufgenommen haben:
  • die Errichtung eines flächendeckenden, lückenlosen Radwegenetzes; dazu die Umgestaltung von Seitenstraßen parallel zu den Hauptverkehrsstraßen zu Radstraßen, die für Pkws (außer für Anlieger) gesperrt sind, sowie die unbürokratische Öffnung weiterer Einbahnstraßen für Radfahrer in der Gegenrichtung. Radfahrwege sollen nicht zu Lasten der Fußgänger gehen, außer wenn sie Fußgängerzonen kreuzen
  • die Verbesserung der Beschilderung von Fahrradwegen. Fahrradwege sollen, wie es in vielen Städten üblich ist, einheitlich farbig markiert werden.
  • die Erweiterung der Abstellmöglichkeiten, auch auf Kosten von Parkplätzen; stabile Fahrradständer, die das Diebstahlrisiko vermindern; Verpflichtung zum Radständerbau bei Neubauten
  • die Erhöhung der Mittel für den Straßenunterhalt zu Lasten der Mittel von Straßenbau-Investitionen, da Schlaglöcher und andere Schäden von Radwegen und Straßen für Radfahrer besonders unangenehm, zuweilen sogar gefährlich sind
  • fahrradfreundliche Straßenplanung und Ampelschaltung
  • Die Fahrradmitnahme in S-Bahn und U-Bahn soll rund um die Uhr kostenlos möglich sein. Bei Bedarf ist die Taktfrequenz zu erhöhen und es sind zusätzliche Fahrradabteile einzurichten. Die Kombination von Fahrrad und öffentlichem Personenverkehr ist gerade auf längeren innerstädtischen Strecken eine attraktive, schnelle Alternative zum Autoverkehr.
 
Brigitte Wolf, Linke 
  1. Im Wesentlichen geht es uns darum, die Verkehrspolitik konsequent auf die "Verkehrsmittel des Umweltverbundes" (VUV) auszurichten und den jeweils „Verletzlicheren“ Vorrang einzuräumen; also erst die Fußgängerinnen und Fußgänger, dann die Radfahrerinnen und Radfahrer, und natürlich den ÖPNV. Am Ende - wenn's denn sein muss - den motorisierten Individualverkehr (MIV) - und dies - wie auch der massive Ausbau des ÖPNV - immer zum Wohle/Nutzen der Straßenanlieger und der Lebensqualität in der Stadt. Eine gleichgewichtige Entwicklung von VUV und MIV, oder gar eine Bevorzugung des MIV, lehnen wir – im Unterschied zur aktuell vorherrschenden Politik – ab.
  2. Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen soll (und wird) weiter zunehmen, die entsprechende Infrastruktur ist aber bereits heute unzureichend. Zum weiteren Ausbau müssen wir ordentlich Geld in die Hand nehmen und nicht nur umschichten. Der „schnelle Radverkehr“ muss auf die Straße, die Radweg-Benutzungspflicht gehört aufgehoben. Unsere Forderung nach "Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerhalb der Stadt" trägt dazu bei, dass der Radverkehr dort sicher geführt werden kann. Neben der Reduzierung von schweren Unfällen ist dies gleichzeitig ein Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die Straßenanlieger. Für Fahrradspuren auf den Straßen muss auch eine Einschränkung des verfügbaren Straßenraumes für den motorisierten Kfz-Verkehr in Kauf genommen werden.
  3. Sichere und gute Stellplätze für Fahrräder sind gleichfalls unerlässlich, wenn der Radverkehr weiter steigen soll. Diese sollen allerdings nicht den verfügbaren Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger einschränken. Im Bedarfsfall müssen die Abstellanlagen im Straßenraum untergebracht werden.
 

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