Das Fahrrad sicher, schnell und einfach abstellen - Neue Fahrradabstellsatzung (FabS) fasst rechtliche Grundlagen und Anforderungen zusammen.

Wir werden nur dann langfristig und nachhaltig eine Rendite im Wohnungsbau erzielen, wenn wir heute bei einem Neubau die Verkehrsmittelwahl der Zukunft berücksichtigen", so ein Entscheidungsträger, der seit Jahren in München die Errichtung und Verwaltung neuer Mehrfamilienhäuser verantwortet. Was das Verkehrsmittel der Zukunft für ihn sei, ist dabei klar: Es ist das Fahrrad. Darum beschäftigen sich Bauträger, Wohnungsbaugenossenschaften und Vermieter verstärkt mit dem Thema "Optimales Abstellen von Fahrrädern". Zusätzlich wird das verstärkte Interesse von Bauherren durch die seit Anfang 2013 gültige Fahrradabstellsatzung (FabS) der Landeshauptstadt München gefördert. Seit dem gilt, dass die in der Satzung festgelegte Zahl an Fahrradabstellplätzen mit dem Bauantrag nachzuweisen ist und auch das wo und wie ist in der FabS geregelt. Die Satzung wurde auch mit Unterstützung und Anmerkungen des ADFC München erarbeitet.

Was steht genau in der Fahrradabstellsatzung?

Für viele ist die Frage nach der Anzahl der Fahrradabstellplätze die wichtigste. Die FabS schreibt mindestens einen Abstellplatz pro 40 m² Wohnfläche vor. Bei Büros ist es ein Abstellplatz je 120 m² anzurechnende Nutzfläche. Die genauen Daten lassen sich am besten in der Satzung nachlesen. Da ist für viele Eventualitäten eine Mindestzahl an Abstellplätzen genannt. Viel bedeutsamer ist aber die Gestaltung der Fahrradabstellplätze. Denn sie "müssen leicht und verkehrssicher erreichbar sowie gut zugänglich sein", so die FabS. Das bedeutet, sie sind direkt, ebenerdig oder per Rampe zu erschließen und bedürfen mehrheitlich eines Wetterschutzes. Im Klartext: Keller mit engen Aufgängen oder einfach drei Bügel in der Ecke des Innenhofes sind nicht zugelassen. Bei der Qualität der Fahrradabstellplätze verweist die Satzung auf die Internetseiten des ADFC (Bundesverband oder Landesverband).

Wie profitieren Mieter von Altbauten?

Die Satzung gilt zwar auch "für Erweiterungen oder Nutzungsänderungen, wenn gegenüber dem Bestand ein Mehrwert an Fahrradabstellplätzen zu erwarten ist", jedoch dürften davon Mieter in Altbauwohnungen meist erst zeitverzögert profitieren. Trotzdem ist die FabS gerade auch für solche Mieter interessant. Sie können jetzt mit einer lokalen und aktualisierten Satzung, dem Hinweis auf gute Abstellanlagen und dem Beratungsangebot der Stadt zum Vermieter oder zur Wohnungsbauverwaltung gehen und Verbesserungen einfordern. Schließlich hat sich die Fahrradnutzung in München innerhalb weniger Jahre um 70% erhöht und eine schlechte Abstellsituation ist für viele Vermieter durch ungeordnet stehende Fahrräder, blockierte Eingänge und Schmutz an den Wänden ein häufiges Diskussionsthema. Wenn man also für die Probleme eine gute Lösung findet, dann profitieren Mieter und Vermieter davon gleichermaßen.

Steigt durch die FabS die Fahrradnutzung in der Landeshauptstadt München?

Wohl nicht sofort, aber langfristig ist der Effekt klar: Je sicherer, schneller und einfacher das Abstellen eines Fahrrads ist, desto häufiger wird es genutzt. Es wird lange dauern, bis die in der FabS festgelegten Kriterien allgemeiner Standard für alle Mieter in München sind. Umso wichtiger ist es, dass die Landeshauptstadt München jetzt ein Zeichen gesetzt hat und das möglichst viele Mieter und Vermieter sie kennen und berücksichtigen.

Wer hilft mir weiter bei dem Thema Fahrradabstellplätze?

Eine persönliche Beratung gibt es im städtischen PlanTreff in der Blumenstraße. Es ist die Informationsstelle zur Stadtentwicklung der Landeshauptstadt München. Sie hält verschiedene Materialien bereit. In der Vergangenheit hat der ADFC München immer wieder auch Bauträger und Wohnungsbau-Genossenschaften individuell und konkret beraten und so wertvolle Tipps gegeben. Auch in Zukunft wird er Aufgaben im Bereich individueller Beratung zum Teil übernehmen.

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