Rowdy-Radler

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Martino
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Rowdy-Radler

Beitrag von Martino » Sa 17. Sep 2016, 12:24

Ich bin vorgestern von einem Fahrradfahrer, auf der Ganghoferbrücke gerammt worden. Der Fahrradfahrer war viel zu schnell, wollte an mir vorbeifahren und hat mich dabei gerammt, weil auf der Brücke zu wenig Platz war. Zum Glück kam ich mit Schürfwunden und blauen Flecken davon. Wenn man bedenkt, dass auf der Brücke auch Fußgänger unterwegs sind, empfinde ich das Verhalten des Fahrradfahrers als besonders gefährlich.

Meine Frage:

Ich fühle mich in München weniger durch Autos als durch rücksichtslose Radfahrer gefährdet. Ein Beispiel für absolut gefährdendes Verhalten sind z. B. Unterführungen wie an der Theresienwiese oder an der Corneliusbrücke (Ostseite, vor dem Pestalozzi-Gymnasium), wo Schrittgeschwindigkeit gefordert wird, die Radfahrer aber mit überhöhter Geschwindigkeit durchfahren. Unternimmt der ADFC auch etwas gegen rücksichtslose Fahrradfahrer? Dies wäre unbedingt erforderlich, um die Sicherheit auf Münchens Fahrradwegen zu gewährleisten.

37-349
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von 37-349 » Mo 19. Sep 2016, 15:19

Martino hat geschrieben:Unternimmt der ADFC auch etwas gegen rücksichtslose Fahrradfahrer?
ich stell hier nur mal eine ganz dumme Gegenfrage, um die Absurdität dieses Ansinnens deutlich zu machen:

Unternimmt der ADAC auch etwas gegen rücksichtslose Autofahrer_innen?

Na also.

(Da hätte er übrigens auch viel zu tun: erstmal müßte er wohl die Hälfte der eigenen Mitglieder rausschmeißen... )


p.s.: wer nicht verstanden hat oder nicht verstehen will, was Sinn und Zweck einer Interessenvertretung ist (jedenfalls der eigenen - falls es denn die Interessen des OP sind), der ist hier im Forum wohl doch fehl am Platz. Ich empfehle einen Leserbrief an die AZ, da wird sowas immer gern genommen...

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Tinu
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von Tinu » Mo 19. Sep 2016, 15:39

Ich kann zwar nicht für den ADFC sprechen, versuche aber mal eine positive Antwort:

Der ADFC distanziert sich mit Sicherheit von Rowdy-Radlertum (ich weiß nicht, wie der ADAC das bei seinem Klientel hält), was mehr sollte er denn tun? Verkehrskontrollen oder andere Maßnahmen wären ja mindestens Amtsanmaßung.
Gruß
Martin

KUHmax
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von KUHmax » Mi 21. Sep 2016, 10:36

Hallo Martino,
Unternimmt der ADFC auch etwas gegen rücksichtslose Fahrradfahrer?
Fehlende Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist keine Spezialität von Radfahrern. Ich als Alltags-/Ganzjahresradfahrerin frage mich immer, ob die Herrschaften, die da nur im Sommer und oft auch eher in der Freizeit mit dem Rad unterwegs sind, dann im Auto genauso fahren.

Übrigens schriebst du ja vollkommen richtig, was das eigentliche Problem ist: Es sind Engstellen, und von denen werden den Radfahrern viel mehr zugemutet als Autofahrern.
Radlergrüße,

Karin

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Grusewolf
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von Grusewolf » Mi 21. Sep 2016, 22:07

Hallo Martino,

Warum hat man als Fußgänger wohl mehr Probleme mit Radlern, als mit Autofahrern?

Weil überall dort wo es eng wird (Deine Beispiele sind hier super) Fußgänger und Radfahrer zusammengepfercht werden und Schrittgeschwindigkeit angeordnet wird, während der lachende Dritte hinterm Steuer ungebremst die Engstelle passieren kann.

Wenn Du Autofahrer als soviel angenehmer empfindest als Radfahrer, stelle doch mal beim KVR den Antrag, an den Unterführungen die netten Autofahrer und die Fußgänger (mit Schrittgeschwindigkeit) auf einem gemeinsamen Weg zu führen, wären die gefährichen Radfahrer auf einer separaten Fahrspur von dem friedlichen Idyll getrennt fahren müssen.

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Tinu
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Re: Grusewolf

Beitrag von Tinu » Do 22. Sep 2016, 06:59

... oder etwas realistischer: ... dass die Radfahrer zusammen mit dem Kraftverkehr auf der Fahrbahn fahren dürfen/sollen, wo sie hingehören und nicht die Fussgänger belästigen müssen.
Gruß
Martin

SaschaD
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von SaschaD » Do 22. Sep 2016, 08:50

Grusewolf hat geschrieben:Warum hat man als Fußgänger wohl mehr Probleme mit Radlern, als mit Autofahrern?
Hat man die denn? Zweieinhalbtausend Fußgängerunfälle mit Verursacher "Fahrradfahrer" gegenüber knapp Neunzehntausend mit Verursacher "KFZ-Führer" (Unfallstatistik 2014) lassen mich da anderes denken, auch wenn die "gefühlte Wirklichkeit" vermutlich anders ausschaut.

Gruß,
Sascha

MarioVelo
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von MarioVelo » Do 22. Sep 2016, 11:45

Selbstverständlich muss sich der ADFC nicht um rücksichtslose Autofahrer kümmern, wobei das im Sinne des Schutzes der Radfahrer, also seiner Klientel, durchaus angebracht und notwendig ist, da das im Polizeiaufgabengesetz offenbar mit unsichtbarer Tinte gedruckt wurde, sodass sich die Herren in Grün nicht dafür verantwortlich fühlen, aber rücksichtslose Radfahrer sind meiner Ansicht nach durchaus Thema des ADFC, und sei es mittels einer Vorbildfunktion, die aber schon bei den ADFC-Tagestouren untergraben wird, wenn zu Dritt nebeneinander oder auf Fußwegen gefahren wird.


[quote="Martino "Ich fühle mich in München weniger durch Autos als durch rücksichtslose Radfahrer gefährdet.[/quote]

Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder? Kann es sein, dass du eher selten in München zu Fuß unterwegs bist? Solltest du tatsächlich der einzige Mensch in München sein, der noch nie um ein vorschriftswidrig auf dem Fußweg geparktes Auto herumgehen musste? Ist dir aufgefallen, dass Radfahrer den Fußgängern schon räumlich näher sind? Außerdem kann man sicherlich davon ausgehen, dass du zuerst dein eigenes Verhalten überprüft und für perfekt rücksichtsvoll befunden hast, richtig?

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KlausR
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von KlausR » Do 22. Sep 2016, 12:34

Hallo MarioVelo,
den Vorwurf, dass bei den ADFC-Tagestouren die Vorbildfunktion untergraben wird, wenn zu Dritt nebeneinander oder auf Fußwegen gefahren wird, muss ich entschieden zurückweisen:
Wir Tourenleiter weisen bei jedem Start der Tagestouren darauf hin, dass zum Einen die Straßenverkehrsordnung eingehalten werden muss und zum Anderen jeder selbstverantwortlich für sein Fahrverhalten ist.
Wie willst Du als Tourenleiter entweder ganz vorne oder ganz hinten als Co einschreiten, wenn Teilnehmer sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten und zu Dritt nebeneinander fahren. Wir weisen dann meistens bei der nächsten "Mehrzweckpause" nochmals darauf hin, aber meist ohne Erfolg, da die Teilnehmer die Hinweise nicht befolgen und auch oft gar nicht zuhören.
Dass Tourenleiter bei einer Tour auf Fußwegen mit der ganzen Gruppe fahren, habe ich selbst noch nicht erlebt!
Ich bin gespannt auf Deinen Vorschlag, wie man das ändern könnte? Soll man diese Teilnehmer von der Tour ausschließen? Wie sähe das dann aus?
Viele Grüße
KlausR

ag
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Re: Rowdy-Radler

Beitrag von ag » Do 22. Sep 2016, 23:51

Lieber Martino,

ich hoffe dir geht es wieder besser und deine Verletzungen verheilen gut. Schürfwunden sind zwar nicht "so" schlimm, aber doch lästig und unnötig ist das ganze alle mal.

Zu deiner Frage: Selbstverständlich distanzieren wir uns klar von jedem rücksichtslosen Verhalten, egal welche Fahrzeugart. Und natürlich müssen Radfahrer ggf. langsamer fahren oder absteigen um andere nicht zu gefährden, auch dann, wenn diese falsch fahren/laufen.
Mit unserem Verkehrsquiz und bei vielen Einzelgesprächen und ggf. auch in unserer Rechtsberatung klären wir Verkehrsteilnehmer regelmäßig über korrektes Verhalten im Straßenverkehr auf. Auf Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern einwirken dürfen wir jedoch nicht, denn diese ist alleinige Aufgabe der Polizei. Ansonsten setzen wir uns vornehmlich für eine zeitgemäße Radverkehrsinfrastruktur ein, die derartige Konflikte im Idealfall von vorne rein verhindert.

Viele Grüße,
Andreas,
Stv. Vorstand

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