Radverkehr in der Domagkstraße

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
Antworten
Benutzeravatar
faltradler
Beiträge: 80
Registriert: Sa 27. Sep 2014, 23:35

Radverkehr in der Domagkstraße

Beitrag von faltradler » Mi 9. Aug 2017, 17:04

Heute an verkehrsanordnungen.kvr@muenchen.de geschickt:

"Seit ich vor einem Jahr in den Domagkpark gezogen bin, beobachte ich einige schwierige Situationen für Radfahrer und weitere Verkehrsteilnehmer.

Falschradler:
Vor allem von Ost nach West radeln viele Angestellte zur Parkstadt Schwabing, aber auch Bewohner der Alten Heide, zu Stoßzeiten wie abends in der Dunkelheit, auf dem Radfahr- und dem Schutzstreifen. Darauf angesprochen, erklärte mir eine junge Frau, dass auf der Gegenseite ja kein Radweg vorhanden ist. Falls sie dort den Fußweg (mit Zusatzschild „Radfahrer erlaubt“) benutzt, beschwerten sich Fußgänger.
Ein junger Mann wiederum sagte mir, er dachte, das Radeln sei in beiden Richtungen erlaubt … .

Nordseite:
Wie erwähnt verursacht das Radfahren auf dem Fußweg mit Zusatzschild „Radfahrer frei“ gelegentlich Konflikte mit Fußgängern.
Das Radfahren auf der Fahrbahn verärgert wiederum manche Autofahrer, fühlt sich für weniger geübte Radfahrer unsicher an und ist wohl tatsächlich teilweise mit erhöhten Gefahren verbunden. Immer wieder wird man von Autofahrern angehupt oder durch enges Vorbeifahren oder Einscheren bedrängt. Vor allem im Bereich der Parkplätze an der Wertstoffinsel, aber auch auf und westlich der Brücke über die Tramgleise.

Planen Sie bereits einen Ausbau der Radverkehrsführung an der Nordseite? Andernfalls bitte ich Sie, dies bald in Angriff zu nehmen. Sowohl für die zahlreichen Angestellten der Parkstadt Schwabing, als auch für die Bewohner des bereits weitestgehend neu bezogenen Domagkparks."

Benutzeravatar
faltradler
Beiträge: 80
Registriert: Sa 27. Sep 2014, 23:35

Re: Radverkehr in der Domagkstraße

Beitrag von faltradler » Mo 16. Jul 2018, 23:26

höchste Zeit, ein Update zu geben ;)

Die Stadt, Stabsstelle Radverkehr, antwortete im September:
"Zum Hintergrund können wir Ihnen mitteilen, dass die ERA 2010 (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) für die Domagkstraße grundsätzlich benutzungspflichtige Radverkehrsanlagen empfiehlt. Da der vormals 1,0 m breite und auf dem Bordstein markierte Radweg und der ca. 1,5 m breite Gehweg nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprachen, war die im Bestand vorhandene zwingende Seitenraumführung (aufgrund der Benutzungspflicht) für den Radverkehr gefährlicher, als eine zulässige Fahrbahnnutzung.

Das KVR hat deshalb die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht angeordnet und stattdessen den Gehweg mit dem Zeichen "Radfahrer frei" ergänzt. Die Kombination von Fahrbahn- und Gehwegnutzung ermöglicht dem sog. „Berufsradler“ ein schnelles Vorankommen auf der Fahrbahn. Ältere Verkehrsteilnehmer, Schüler oder aber Radfahrer, die eine Seitenraumnutzung bevorzugen, werden nicht zur Fahrbahnbenutzung gezwungen.

Die Anlage von Radfahrstreifen bzw. Schutzstreifen (wie auf der Südseite) schied aber bisher aus, weil der Straßenquerschnitt dafür nicht ausreicht. Außerdem müssen in München derzeit eine große Anzahl an Maßnahmen umgesetzt werden, sodass sich die intensive Bearbeitung der Domagkstraße bisher zeitlich nicht ausgegangen ist. Schwierig wird es zudem, wenn Flächen für einen weiteren Radfahr- oder Schutzstreifen womöglich vom parkenden Kfz-Verkehr gewonnen werden müssen.

Wenn Sie sich nun fragen, warum die alte Lösung mit dem Radweg auf dem Bordstein dann bereits vorab aufgehoben wurde, liegt dies daran, dass im Rahmen des Straßenverkehrsrechts entscheidend ist, dass die ordnungsrechtliche Maßnahme dazu geeignet ist, die Gefahr zumindest zu minimieren. Mit der Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht wurde dies erreicht."

Benutzeravatar
faltradler
Beiträge: 80
Registriert: Sa 27. Sep 2014, 23:35

Re: Radverkehr in der Domagkstraße

Beitrag von faltradler » Mo 16. Jul 2018, 23:30

ich antwortete heute:

"Die jetzige Regelung an der Nordseite der Domagkstraße mit dem Zeichen "Radfahrer frei" auf dem Gehweg halte ich auch für viel besser als die Markierung eines Radwegs auf dem Gehweg und die Anordnung einer Benutzungspflicht desselben. Sog. "Berufsradler" können somit die Fahrbahn benutzen.

Im Bereich der Kfz-Stellplätze in der Nähe der Wertstoffinsel und Bushaltestelle Zaunweg wird es jedoch für den Fahrrad- und Kfz-Verkehr regelmäßig eng. Radfahrer müssen weit nach links ausweichen und einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu den parkenden Fahrzeugen einhalten. Einige Radfahrer fühlen sich in diesem Bereich unsicher. Manches Mal wird man eng überholt oder angehupt.

Eine wichtige Maßnahme in diesem Bereich (Nordseite Domagkstraße, bei der Bushaltestelle Zaunweg) ist deshalb für mich die Auflassung der Kfz-Stellplätze. Eben diese Situation konnte ich nun längere Zeit beobachten. Es parken hier nicht nur Münchner, sondern auch viele Auswärtige. Seit einigen Wochen häufig über Nacht auch ein großer REWE-Lieferwagen, teils im absoluten Halteverbot (!).
Bei den Münchner stellt sich die Frage: sofern es Anlieger sind - weshalb parken sie nicht in ihrer eigenen Garage in der Alten Heide? (nach meiner Beobachtung gibt es hier auch im Altbaubestand Garagen und sogar Tiefgaragen). Vielleicht, weil es Geld kostet, die öffentlichen Parkplätze hier aber kostenlos sind.
Vielleicht arbeiten manche der parkenden auch in der Parkstadt Schwabing. Auch hier stellt sich die Frage, ob man diesen Berufstätigen kostenlosen Parkraum auf wichtigen Verkehrsflächen zur Verfügung stellen "muss".

Hat der Stadtrat nicht eine drastische Reduktion der Schadstoffemissionen beschlossen, die maßgeblich vom Kfz-Verkehr verursacht werden? Eine der wirksamsten Maßnahmen, um Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel (oder das Fahrrad) zu bewegen ist die Reduzierung von Stellplätzen.
Zudem gibt es im Umfeld auch viele Langzeitparker, sei es in der Alten Heide oder vor dem Hotel Rilano. Hier stehen z.B. seit ein paar Wochen ein großes Wohnmobil und ein Lieferwagen mit Werbung für das Hackerhaus! Ganz zu schweigen von den vielen Wohnmobilen, Kleinbussen und Anhängern unweit in der Crailsheimer Straße und im weiteren Verlauf der Domagkstraße. Also ein grundsätzlicher Mangel an Stellplätzen besteht in der Gegend sicherlich nicht. Zumindest dann nicht, wenn man sich überlegt, für welche "wichtigen" Bedarfe diese vorgesehen werden sollten.
Ich finde es auch gut, dass in der Alten Heide ein Parkraummanagement eingeführt werden soll, wodurch hoffentlich auch die Aufenthaltsqualität auf den wunderschönen Straßen und Plätzen gefördert wird.

Die Auflassung der Stellplätze hat somit für mich oberste Priorität.

Ob es Ihnen rechtlich möglich ist, hier auch einen Fahrrad-Schutzstreifen (mit gestrichelter Linie) einzuführen, kann ich nicht beurteilen. Aus meiner Sicht wäre das durchaus möglich. Es würde die Sicherheit für den Radverkehr erhöhen und Kontinuität in der Radverkehrsführung bewirken.

Ein Fahrrad-Schutzstreifen ist auch leichter befahrbar als der Gehweg mit "Radfahrer frei". Davon lässt es sich auch leichter in die Seitenstraßen der Alten Heide abbiegen. Für manche der Falschradler hoffentlich ein Grund, den Radweg künftig auf der vorgesehenen, verkehrssichereren Seite zu benutzen."

Antworten