Ich fahre nicht Fahrrad, weil ...

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
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faltradler
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Ich fahre nicht Fahrrad, weil ...

Beitrag von faltradler » Do 6. Apr 2017, 22:11

Heute hatte ich gleich zwei Begegnungen, die Einschränkungen bei ihrer persönlichen Mobilität machten. Das lies mich aufhorchen. Was sind denn alles Hindernisse, weswegen Leute nicht Rad fahren, Umwege fahren, etc. ?

Beispiel 1:
"Mir ist auf der Domagkstraße zu viel Verkehr. Ich nehme von der Alten Heide mit dem Fahrrad lieber die - barrierefreie, aber kurvige - Fußgängerüberführung über die Autobahn und nehme Schleichwege durch die Parkstadt."

(Beispiel 2 muss ich noch einmal nachfragen, wie es genau gemeint war ...)

Radelpendler
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Re: Ich fahre nicht Fahrrad, weil ...

Beitrag von Radelpendler » Mo 24. Apr 2017, 23:42

Die Domagkstraße geht eigentlich meist, auch wenn ich da schon öfters angehupt und einmal (mit Kindern) fast abgedrängt wurde, da viele Autofahrer meinen, man müsse dort auf dem Gehweg fahren, da es ein "Radfahrer Frei"-Schild gibt. Ansonsten ist das Stück aber auf meiner täglichen Strecke das geringere Übel.

Schlimmer finde ich den Isarring vom Effnerplatz aus kommend in Richtung Schwabing. Dort hat die Stadt beim Ausbau der Fahrspuren, bei denen der bisher existierende Radweg geopfert wurde, schlicht vergessen (!!!!) die Radverkehrs-Führung anzupassen. Regelkonform müsste man sich dort von der Bordsteinkante herab auf dem Isarring einordnen, auf dem der Verkehr mit hoher Verkehrsdichte und Geschwindigkeit rollt. Hab ich einmal aus Versehen gemacht, da ich noch die alte Verkehrsführung kannte und dieser gefolgt bin und dann nicht mehr zurückkonnte. Nach den paar hundert Metern auf dem Isarring war ich fix und fertig (Hupen, Überholen mit 10 cm Seitenabstand, Abdrängversuche). Warum dann nicht gleich die Autobahn für Radfahrer freigeben.

Der vermeintlich benutzungspflichtige Radweg endet im Moment quasi im nichts und ist aus der Gegenrichtung auch noch als reiner Gehweg ausgeschrieben, so dass man sich dort auch noch regelmäßig beschimpfen lassen kann, warum man mit dem Rad auf dem Gehweg fährt.

Grummel.... wenn ich ehrlich bin, verstehe ich jeden, der in München nicht Radfahren möchte.

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faltradler
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Re: Ich fahre nicht Fahrrad, weil ...

Beitrag von faltradler » Di 25. Apr 2017, 23:19

Danke für diesen Beitrag.

Inzwischen habe ich auch mehr Details zum zweiten Beispiel. Er bezieht sich auf allgemein auf die Gefährlichkeit des Radfahrens im Stadtverkehr, u.a. wegen zwei Unfällen eines Bekannten. Als Fußgänger wiederum fühlt er sich "durch Radfahrer fast mehr gefährdet als durch Autos.
Z.B. auf den Gehwegen neben den Radspuren, wo oft Radfahrer mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit unterwegs sind..."

Da es sich um einen fitten älteren Herrn handelt, der gerne mal einen Fahrradausflug ins Grüne unternimmt, gehe ich davon aus, dass er bei entspannteren und sichereren Verhältnissen auch in der Stadt öfter mit dem Fahrrad unterwegs wäre.

ag
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Re: Ich fahre nicht Fahrrad, weil ...

Beitrag von ag » Di 9. Mai 2017, 00:07

Radelpendler hat geschrieben:
Mo 24. Apr 2017, 23:42
Schlimmer finde ich den Isarring vom Effnerplatz aus kommend in Richtung Schwabing. Dort hat die Stadt beim Ausbau der Fahrspuren, bei denen der bisher existierende Radweg geopfert wurde, schlicht vergessen (!!!!) die Radverkehrs-Führung anzupassen. Regelkonform müsste man sich dort von der Bordsteinkante herab auf dem Isarring einordnen, auf dem der Verkehr mit hoher Verkehrsdichte und Geschwindigkeit rollt. Hab ich einmal aus Versehen gemacht, da ich noch die alte Verkehrsführung kannte und dieser gefolgt bin und dann nicht mehr zurückkonnte. Nach den paar hundert Metern auf dem Isarring war ich fix und fertig (Hupen, Überholen mit 10 cm Seitenabstand, Abdrängversuche). Warum dann nicht gleich die Autobahn für Radfahrer freigeben.

Der vermeintlich benutzungspflichtige Radweg endet im Moment quasi im nichts und ist aus der Gegenrichtung auch noch als reiner Gehweg ausgeschrieben, so dass man sich dort auch noch regelmäßig beschimpfen lassen kann, warum man mit dem Rad auf dem Gehweg fährt.
Das haben wir im Januar an die Stadt gemeldet. Der größte Fehler ist, dass der ehem. Fußweg direkt am Kanal entlang falsch ausgeschildert ist. Er wurde ja extra verbreitert und sollte ein gemeinsamer Rad- & Fußweg sein. Im März haben wir folgende Antwort bekommen:
Der Bereich Richtung Westen kurz nach der Kennedy-Brücke wurde bis Ende
2016 umgebaut. Der ehemalige straßenbegleitende Radweg musste zugunsten
einer Aufweitung des Isarrings entfallen. Die neue Radverkehrsführung
erfolgt nun über einen gemeinsamen Geh- und Radweg. Mit dem Start der
Bauarbeiten wurde leider versäumt, die zusätzliche Hinweisbeschilderung
für die neue Radverkehrsführung anzuordnen. Heute soll bei einer
gemeinsamen Begehung mit dem Baureferat, dem Kreisverwaltungsreferat und
der Verwaltung des Englischen Gartens ein Beschilderungskonzept
erarbeitet werden.

Die Grundstücksverhältnisse im Englischen Garten sind teils etwas
unübersichtlich, da die Grenzen zwischen öffentlichem Grund und Grund
des Englischen Gartens (privater Grundeigentümer) an manchen Stellen
sehr sprunghaft verlaufen. Dadurch wurde die Umsetzung einer
Beschilderung erschwert oder zumindest verzögert. Außerdem wird Wert
darauf gelegt, dass auch das Einverständnis des privaten
Grundeigentümers, in diesem Fall der Verwaltung des Englischen Gartens,
vorliegt, bevor der Radweg beschildert wird. Nach der heutigen Begehung
wird das Kreisverwaltungsreferat als Straßenverkehrsbehörde den
Verkehrszeichenbetrieb beauftragen, die Beschilderung vor Ort umzusetzen.

Bei der Planung und noch vor der Umsetzung der Baumaßnahmen am Isarring
wurden von den (Fahrrad)-Kollegen in den verschiedenen Referaten
Bedenken zur neuen Radverkehrsführung und dem Wegfall des Radwegs am
Ring geäußert. Die Einwände der Kollegen müssen aber in einen Konsens
mit den Forderung aus der Politik und anderen zuständigen
Fachabteilungen gebracht werden. Die jetzige Lösung ist auch aus unserer
Sicht für den Radverkehr nicht zufriedenstellend.
Ist die Beschilderung denn immer noch nicht angepasst?

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Tinu
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Re: Ich fahre nicht Fahrrad, weil ...

Beitrag von Tinu » Di 9. Mai 2017, 08:08

Was ist denn das für eine "putzige" Antwort von der Stadt? Was ich daraus zusammengefasst lese:

Angeblich sind die Grundstücksverhältnisse des betroffenen Verkehrsraums "unübersichtlich" (was immer das genau heißen soll), was aber umfangreichen Umbaumaßnahmen nicht entgegenstand, in deren Zug auch die Radwegführung verändert wurde. Und das Problem ist jetzt, dass man nicht weiß, wo man die zugehörigen Schilder aufstellen darf? Wenig glaubhaft!

Oder ist es etwa so, dass man noch nicht einmal weiß, ob die beabsichtigte Radwegführung überhaupt wie geplant umgesetzt werden soll/darf? Anders gefragt: Man hat die Baumaßnahmen für die Verbreiterung des Isarrings schon mal umgesetzt und sich eine Lösung für den leider weichen müssenden Radverkehr überlegt, deren Umsetzbarkeit aber nicht hinreichend geprüft wurde, so dass man bis auf weiteres einen halbfertigen (d.h. rechtsunsicheren) Zustand hinterlässt, mit dem sich die Verkehrsteilnehmer untereinander herumschlagen müssen.

Ist das so? So klingt es jedenfalls!
Gruß
Martin

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