vom Hauptbahnhof Richtung Nordosten

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
Antworten
HansOb
Beiträge: 3
Registriert: Sa 11. Apr 2015, 12:31

vom Hauptbahnhof Richtung Nordosten

Beitrag von HansOb » Sa 20. Aug 2016, 23:42

heute abend wollte ich vom Hauptbahnhof Nord in Richtung Nordosten fahren, also grob in Richtung Münchner Freiheit.
Von der Himmelsrichtung her nahm ich an, dass die Linie Stachus - Odeonsplatz mich in die richtige Richtung bringt.
Mit der Strassenführung kenne ich mich in der Bahnhofsgegend jedoch nicht besonders gut aus; habe mir das alles jetzt auf Openstreetmap nochmal angesehen.

Da ich bei der Prielmeyerstrasse die Einbahnstrasse gegen mich hatte, fuhr ich also ich erstmal ein Stück die Luisenstrasse und bog dann in die Elisenstrasse ab. Weil ich am Stachus (bzw. Lenbachplatz) auf keinen Fall zu sehr in Richtung Altstadt gelangen wollte, ordnete ich mich so weit wie möglich links ein; denn vom Gefühl her wollte ich so bald wie möglich nach links abbiegen. So gelangte ich ohne Probleme über den Lenbachplatz und anschließend zum Maximiliansplatz. Links abbiegen war nicht erlaubt, aber die Straße führt ja ohnehin schräg Richtung Nordosten, also in dem Fall genau passend. An der Brienner Strasse war es mir dann klar, wie ich zum Odeonsplatz komme.

Interessant fand ich, dass es in der Elisenstrasse keinen Radfahrstreifen gibt. Am Lenbachplatz fand ich mich dann im Verkehrsgetümmel wieder, wobei am Samstagabend nicht viel los war. Aber ob es auf der rechten Seite einen Radweg gibt oder nicht, war für mich nicht ersichtlich. Ebenso am Maximiliansplatz. Ich blieb also konsequent auf der linken Spur, was mir deutlich sicherer erschien als ein Fahrspurwechsel.
Ich fühlte mich auch während der ganzen Fahrt sicher - mal davon abgesehen, dass auf der mittleren Fahrspur ein Bus ziemlich nah an mir vorbeifuhr. Also fuhr ich weiter in der Mitte der linken Spur. Was den hinter mir fahrenden Autofahrer zu einem ausdauernden Hupkonzert veranlasste. Aber, was sollte ich denn machen ???

Insgesamt kam ich also recht gut durch. Aber jedem Radler, und zu jeder Zeit, ist das sicher nicht zuzumuten.

Radelpendler
Beiträge: 6
Registriert: Fr 10. Jul 2015, 23:40

Re: vom Hauptbahnhof Richtung Nordosten

Beitrag von Radelpendler » Do 25. Aug 2016, 00:03

Wir kommen auch aus Richtung Münchner Freiheit und eine optimale Strecke (mit 2 Kindern - 8 und 10 Jahre alt) zum Hbf haben wir auch noch nicht. Zum Hbf fahren wir meist über den Odeonsplatz und dann die Brienner Str. bis zum Königsplatz und dann links. In die andere Richtung (die ich deutlich unangenehmer finde) erst in die von-Bora-Strasse und dann rechts in die Brienner Str. Bei wenig Verkehr (z.B. Sonntags morgens) geht das auch relativ gut, bei viel Verkehr sind wir aber hinterher immer fix und fertig, wenn wir die beiden Kiddis erfolgreich über die Strecke manövriert haben. Die letzten Kreuzungen vor dem Bahnhof sind da immer der Horror, da es vom Bahnhof aus kommend keine richtige Möglichkeit gibt, auf die Straße aufzufahren. Der Radweg in Richtung Bahnhof ist auch nicht besser, da Linksabbieger dort scheinbar generell nicht schauen, ob ein Radfahrer kommt. Der Karolinenplatz ist für eine Eltern-Kind-Radelkaravane bei viel Verkehr auch nicht gerade angenehm, ist aber dafür gut einsehbar und man ist auch für Autofahrer sichtbar.

Auf der Brienner Str. sehen es Autofahrer nicht gerne, wenn Radfahrer ihnen vor der Nase rumfahren. Mir ist es da schon 2 mal passiert, dass Autofahrer mit 10 cm Seitenabstand hupend an unseren Kindern vorbeifahren. Seitdem fahre ich als letzter in der Reihe an der Stelle immer so mittig auf der Straße, dass Autos nur überholen können, wenn die Gegenspur frei ist (das Hupen muss ich dann auch ertragen).

Toll ist die Strecke also nicht und ich wäre auch über Vorschläge dankbar.

Generell finde ich Radfahren mit Kindern in München ziemlich grausam (eine scheinbar ziemlich unheilige Allianz von absurder Radwegführung und Autofahrern, die in Radfahrern den Klassenfeind sehen). Für oft benutzte Strecken haben wir mittlerweile unsere Schleichwege, aber selbst die bringen einen oft ins Schwitzen.

ag
Beiträge: 30
Registriert: Di 22. Okt 2013, 20:30

Re: vom Hauptbahnhof Richtung Nordosten

Beitrag von ag » Do 25. Aug 2016, 00:37

Am Lenbachplatz und am Maximiliansplatz gibt es Radwege, auf die kommt man allerdings nur, wenn man am Ende der Elisenstraße sich rechts hält aber doch geradeaus fährt. Schön ist das aber sicherlich nicht. Die Chancen sind ganz gut, dass es mittelfristig einen Radweg in der Elisenstraße gibt. Derzeit stellt sich die Verwaltung (und manche aus der Politik) vor, dass man über die Sophienstraße fährt, was aber alles andere als optimal ist.

Vom Hauptbahnhof nach Schwabing bin ich immer sehr gerne die Luisenstraße gefahren. Das erste Stück am Hbf ist zwar suboptimal, aber den Rest kommt man dafür sehr zügig vorwärts bis zum alten Nordfriedhof. Wer weiter nach Norden will nimmt die Tengstr., da ist auch ziemlich wenig los. Wer Richtung Leopoldstr. will nimmt am besten die Adalbertstr., da ist auch sehr wenig Verkehr. Es gibt allerdings tlw. keine Radwege/Radstreifen.

Als Elter sollte man übrigens immer hinter den Kindern fahren, damit man sie sieht und sich ggf. breit machen kann ;-) Man sollte allerdings aufpassen, dass man sie nicht verschattet, so dass Autofahrer beim Überholen nicht glauben, sie könnten gleich wieder einscheren.

Radelpendler
Beiträge: 6
Registriert: Fr 10. Jul 2015, 23:40

Re: vom Hauptbahnhof Richtung Nordosten

Beitrag von Radelpendler » Do 25. Aug 2016, 09:30

Wobei ich die Tatsache Radweg oder nicht Radweg nicht so sehr entscheidend finde. Problematisch finde ich eher das Stückwerk, dass es mal 100 m Radweg gibt und dann wieder nicht, so dass ich mich immer wieder mit den Kiddies auf die befahrene Straße einordnen muss und um diese dann 100 m später wieder zwischen parkenden Autos hindurch verlassen zu müssen. Bei unserem ersten Versuch vom Hauptbahnhof nach hause zu gelangen bin ich auf der Gabelsberger-Str. gelandet. Die sah am Anfang harmlos aus, der Übergang zum Oskar-von-Miller-Ring finde ich dann mit Kindern aber heftig zu befahren. Zumal es im späteren Verlauf zwar einen Radweg gibt, der Autofahrer einen Grund gibt einen von der Straße zu Hupen. Leider ist der Radweg von der Gabelsberger kommend nicht wirklich offensichtlich, so dass man die Auffahrt leicht verpasst.

Wenn nur ein Elternteil unterwegs ist, fahren die Kinder bei uns auch immer voraus und ich als letzter grundsätzlich 1 m links vom als letztes fahrenden Kind. Größtes Problem bei dieser Reihenfolge sind aber Rechtsabbieger, die Kinder noch weniger wahrnehmen als erwachsene Radfahrer. Besonders wenn der Radweg hinter parkenden Autos geführt wird (scheinbar der Normalfall in München), fahren die Kinder ja quasi Undercover und können durch die Autos auch selbst nicht sehen, ob von links einer kommt. Die beiden fahren daher schon vorsichtig an solche Kreuzungen heran, was aber dann von den Autofahrern meist so gewertet wird, dass sie nun mit Vollgas noch vorbeihuschen können.

Ein mulmiges Gefühl habe ich daher jedes mal, wenn ich mit den beiden auf den Straßen hier unterwegs bin. Wir wohnen seit 4 Jahren in München und ich selbst hatte hier auf dem Weg zur Arbeit schon 4 Zusammenstöße mit Autos, alle auf Radwegen bei grüner Ampel. Der Stress, den Radfahren hier manchmal verursacht, hat mich tatsächlich schon manchmal bewogen, wieder ein Auto anzuschaffen. Und ich habe auch nicht das Gefühl, dass die Bedingungen für Radfahrer mit der Zeit besser werden.

Benutzeravatar
faltradler
Beiträge: 73
Registriert: Sa 27. Sep 2014, 23:35

Re: vom Hauptbahnhof Richtung Nordosten

Beitrag von faltradler » Mo 29. Aug 2016, 22:00

Radelpendler hat geschrieben:... mit 2 Kindern - 8 und 10 Jahre alt ...
Respekt! Und immer sichere Fahrt!

und: nach Deinen Berichten klingt für mich das Gerede von der "Radlhauptstadt" immer absurder ... selbst wenn man unterstellt, dass "Radlhauptstadt" eine Zieldefinition sein soll, keine Zustandsbeschreibung ...
Radelpendler hat geschrieben:Auf der Brienner Str. sehen es Autofahrer nicht gerne, wenn Radfahrer ihnen vor der Nase rumfahren. Mir ist es da schon 2 mal passiert, dass Autofahrer mit 10 cm Seitenabstand hupend an unseren Kindern vorbeifahren. Seitdem fahre ich als letzter in der Reihe an der Stelle immer so mittig auf der Straße, dass Autos nur überholen können, wenn die Gegenspur frei ist (das Hupen muss ich dann auch ertragen).
Besonders absurd, da - innerhalb geschlossener Ortschaften - ein Schallzeichen nur der geben darf, "wer sich oder Andere gefährdet sieht." (§ 16 StVo).
Der Gefährder warnt also vor sich selbst ..., anstatt seine Fahrweise der Situation anzupassen.
ag hat geschrieben:Derzeit stellt sich die Verwaltung (und manche aus der Politik) vor, dass man über die Sophienstraße fährt, was aber alles andere als optimal ist.
Man stelle sich mal vor, mit dem Auto sollte man über die Sophienstrasse fahren, mit dem Rad dagegen über die Elisenstrasse. Nach dem Motto: dem motorisierten Verkehrsteilnehmer sollte die etwas längere Strecke doch weniger ausmachen als dem unmotorisierten! (Vom geringeren Strassenquerschnitt der Sophienstraße mal abgesehen). Den Aufschrei würde ich gern hören ...

Und ich stelle mir gerade vor, wie es wohl einem Fahrradtouristen geht, der mit der Bahn anreist und z.B. zu seiner Unterkunft radeln möchte. Der muss am Hbf doch total verloren sein ...

Antworten