Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
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ag
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Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Beitrag von ag » Di 26. Apr 2016, 18:07

Seit über zwei Monaten heißt es für RadlerInnen am Marienplatz: Bitte absteigen! Die Durchfahrt zum Rindermarkt ist derzeit auf Grund des Hugendubel-Umbaus gesperrt. Doch auch nach Abschluss der Baumaßnahmen sollen RadlerInnen ausgesperrt bleiben. Dagegen stellt sich ein großes Bündnis aus Verbänden, Gewerbetreibenden und Politik. Mit einer Radldemo machen sie am Samstag, den 30. April unter dem Motto, „SOR – SaveOurRadler“ auf die Unverhältnismäßigkeit der Sperrung sowie die Radler-Petition sor.bike aufmerksam.

Hier unsere Pressemitteilung:
http://www.adfc-muenchen.de/aktuelles/a ... m-marienp/

JoMi2222
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Meinungsbild

Beitrag von JoMi2222 » Mo 9. Mai 2016, 12:04

Mich würde interessieren, wie die Meinung der ADFC Mitglieder zu dem Thema ist.
Ich bin der Auffassung, daß ich mich nicht zwingend durch die belebte Fußgängerzone quetschen muß. Macht auch bei den Fußgängern kein gutes Bild. Find ich. Ich hab mir bisher immer eine Route gesucht, die mich um den Marienplatz rumführt.
Das ist unabhängig davon, ob es gute Alternativen gibt. Das sollte nach der Frage erörtert werden, ob wir am Marienplatz zwingend durchmüssen.
Bin ich allein mit der Meinung?

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Tinu
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Re: Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Beitrag von Tinu » Mo 9. Mai 2016, 12:43

Das ist wie so häufig eine Frage der Alternative: Wenn als "Ersatz" für die Verbindung zwischen Odeonsplatz und Rindermarkt/Oberanger nur Strecken "angeboten" werden, die nicht nur etwas länger (eventuell zu verschmerzen), sondern auch noch verwinkelter/unübersichtlicher sind und vor allem durch den Verdrängungseffekt noch gefährlicher und stauanfälliger werden, als sie es jetzt schon sind, dann ist die Frage für mich eher, ob die neue Standardroute akzeptabel ist.

Anders gesagt: Wenn die Alternativroute als Ersatz tauglich wäre, kann ich auch auf den Marienplatz verzichten. Für mich war die Passage auch bisher schon nur "das kleinere Übel", weil ich auf das Durchschlängeln zwischen den Fußgängern gerne verzichten kann. Wenn man nun aber zum "größeren Übel" gezwungen wird, dann sollte dieses zumindest tauglicher gestaltet werden.
Gruß
Martin

KUHmax
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Re: Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Beitrag von KUHmax » Di 10. Mai 2016, 11:28

Also, wenn ich in der Münchner Altstadt weniger Autos anträfe, wäre für mich die Route über den Marienplatz (außer zum Einkaufen) auch uninteressant. Nachdem diese Altstadt aber sogar in weiten Teilen noch nichtmal Tempo 30-Zone ist, finde ich schon, dass vernünftige Passagen angeboten werden sollten.

Nicht vergessen werden darf: Da werden Fahrradrouten vom Stadtrand zum Marienplatz geroutet, und dann am Ende heißt es "Ällerbätsch, da darfst du ja gar nicht fahren!"
Radlergrüße,

Karin

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faltradler
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Re: Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Beitrag von faltradler » Do 12. Mai 2016, 17:44

Es sind ja auch andere Süd-Nord-Passagen schon lange gesperrt. Z.B. Rosenstraße - Weinstraße. D.h., wer von der Ludwigstraße kommt, kann jetzt schon nicht geradeaus weiterfahren, sondern muss über Residenzstraße und Dienerstraße fahren. D.h., bis heute fährt über diese Strecke (bzw. die jetzige Alternativroute) Radverkehr, der bei direkter Streckenführung eigentlich woanders fahren würde.

Meine Vision wäre eine einzige große gemischte Fuß- und Radverkehrszone zwischen Stachus und Isartor mit definierten Schneisen für geschwindigkeitsreduzierten Kfz-Verkehr, und definierten Bereichen, in denen man zwar mit dem Rad fahren darf, den Fußgängern jedoch Vorrang gewähren muss.

Dazu gehört für mich auch die Reduktion bzw. zumindest Geschwindigkeitsbeschränkung des Taxiverkehrs. Wer zu Fuß oder mit dem Rad im Bereich Platzl - Tal unterwegs ist, muss ständig auf die Taxis aufpassen, die es oft recht eilig haben. Und sie benötigen Stellplätze, die man auch für Fahrräder bzw. zum flanieren oder radeln gebrauchen kann. Ganz ehrlich - weshalb eigentlich müssen Touristen etwa am Hofbräuhaus direkt in ein Taxi steigen? U- und S-Bahn sind nicht weit, und ein paar Meter gehen schadet auch den Touris nicht. Es gibt auch genügend Einheimische, die gerne den Weg weisen, und nicht zuletzt die Rikschas.

Dazu die Frage nach dem Busverkehr. Laut MVG ist der Marienplatz einer der wichtigsten Umsteigepunkte zwischen U- und S-Bahn und Bussen. Nur, weshalb baut man nicht stattdessen Stachus und Sendliger Tor zu solchen zentralen Umsteigepunkten aus? Und weshalb werden die Anwohner einiger weniger Buslinien insofern bevorzugt, als sie direkt mit dem Bus zum Marienplatz kommen, die meisten anderen Bürger dieser Stadt jedoch nicht?

Und zur "kleinteiligen" Erschließung der Altstadt mit Bussen: mit den jetzigen Gelenkbussen kann man bestimmt nicht von "kleinteilig" sprechen. Wenn man das möchte, sollte man besser mit wendigen Minibussen arbeiten, die wirklich viele Haltestellen bedienen (etwa auch entlang der heutigen Fußgängerzone).

ag
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Re: Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Beitrag von ag » Sa 14. Mai 2016, 11:32

@JoMi2222: Zu deiner Frage, die Mitgliederversammlung hat Anfang 2016 ziemlich klar mit nur einer Gegenstimme darüber abgestimmt, dass die Durchfahrt erhalten bleiben soll.

Es allen vollkommen klar, dass die Route über den Marienplatz nicht optimal und zu machen Zeiten zu voll (mit Fußgängern) ist. Dann sollte man dort vernünftigerweise auch nicht Fahrrad fahren. Zu allen anderen Zeiten ist es aber vollkommen problemlos oder zumindest mit etwas Rücksicht gut möglich.

Die Beobachtung, dass die große Mehrheit der Radfahrer immer noch über den eigentlich gesperrten Rindermarkt fährt, zeigt, dass die Alternativroute derzeit von den meisten Radlern noch nicht akzeptiert wird. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, da diese erhebliche Mängel aufweist, auch in Relation zu den "Herausforderungen" auf der Route über den Marienplatz. Scheinbar ist man aber nicht gewillt diese Mängel zu beheben. Schon lange, unabhängig von der Baustelle am Hugendubel hätte man zusätzlich Querungsrouten durch die Altstadt ausweisen und aufwerten können (Einbahnstraßenöffnungen, Parkverbote, Fahrverbote, Routenausweisung, etc.).

Als weiter sehr problematisch sehen wir, dass mit der Sperrung des Marienplatz sämzlicher Fahrverkehr über den Viktualienmarkt geführt wird. Derzeit Fußgängerzone. Unvorstellbar wie dort zukünftig zwei Buslinien im 5-8 Minutentakt, Taxen, Rikschas, bis zu 10.000 Radfahrer zusätzlich zu den auch heute schon vielen Fußgängern sicher fahren sollen. Die Lösung hierfür kann nur eine Entzerrung der Verkehrsströme auf möglichst viele Routen statt einer Konzentration aller Verkehrsteilnehmer auf dieser einen Route sein.

Zudem ist es schlichtweg so, dass es mit Theatinerstraße und Verlängerung eine hervorgangend parallele Route gibt, die auch Fußgängern vorbehalten ist. Was spricht dagegen, dass die Fußgänger hauptsächlich dort unterwegs sind, während die Radfahrer eben die Route entlang Residenzstraße-Dienerstraße fahren?

KUHmax
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Re: Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Beitrag von KUHmax » Di 31. Mai 2016, 11:23

So, jetzt hat die Stadt nachgefragt: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ver ... -1.3012154 Die Mehrheit möchte die Sperrung aufrecht erhalten.

Allerdings sehe ich ein methodisches Problem: Die Umfrage erfolgte schriftlich. Mich würde das Ergebnis einer Umfrage auf der Kustermann-Fahrbahn interessieren. Die Frage sollte lauten: "Was halten Sie davon, dass der gesamte Fahrradverkehr durch die Münchner Altstadt in Nord-Süd-Richtung über diese Fahrbahn geleitet wird?"

:lol: :evil:
Radlergrüße,

Karin

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faltradler
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Re: Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Beitrag von faltradler » Do 9. Jun 2016, 10:17

Die Regensburger Altstadt ist teilweise wie ein großer Marienplatz; neben all den Einkäufern und Touristen (Weltkulturerbe) ist sie auch dicht bewohnt. Viele Gassen sind noch deutlich enger als die Passage beim Hugendubel während der Baustelle.
Oft wird zwar die Radl-Geschwindigkeit durch das Kopfsteinpflaster reduziert, Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern gibt es trotzdem; man sollte sich aber nicht vorstellen, dass dort "Wild West" herrscht ..., sondern es sind immer Einzelne, denen es nicht schnell genug geht, die andere Verkehrsteilnehmer nicht respektieren etc. ...
Die Stadt hat einen einjährigen Versuch durchgeführt, um bislang gesperrte Gassen für den Radverkehr zu öffnen; wie's damit weitergeht, weiß ich leider nicht. Begleitet hat sie den Versuch mit einer Kampagne: http://www.respekt-bewegt.de.

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