Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
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faltradler
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Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von faltradler » Fr 22. Jan 2016, 18:35

Heute in der Nymphenburger stadteinwärts (ca. bei Hausnr. 45):
20160122_Nymphenburger-1 (Small).jpg
Radweg Nymphenburger Straße, Winterdienst
und gleich um die Ecke in der Pappenheimstr.:
20160122_Pappenheimstr (Small).jpg
Radweg Pappenheimstr. Winterdienst
Woran mag es wohl liegen, dass an der Nymphenburger so viel mehr Eis und Schnee liegt als an der Pappenheimstr.?

Aber, selbst wenn an der Nymphenburger tonnenweise Salz gestreut würde, wird es das Grundproblem nicht lösen.

Wie viel einfacher ist es offenbar, eine Fahrbahn eisfrei zu halten und dennoch nicht mit Rollsplit zu überziehen!

Somit ein weiteres Argument dafür, an der Nymphenburger Straße endlich die Radweg-Benutzungspflicht aufzuheben.

Kurzfristig ist das die günstigste und ohnehin die rechtliche gebotene Lösung. Denn die "außerordentliche Gefährdung", die eine Benutzungspflicht rechtfertigt, ist hier bestimmt nicht gegeben. Ein routinierter Radfahrer kann sich hier sehr wohl sicher auf der Fahrbahn bewegen. Und kommt - nicht nur im Winter - zügiger voran als auf dem viel zu schmalen Radweg.

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Grusewolf
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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von Grusewolf » Sa 30. Jan 2016, 14:22

Ich denke, der Unterschied ist, dass der freie Radweg an der Südseite der Gebäude verläuft und der andere an der Nordseite. Die einzige, die in München zuverlässig die Radwege räumt ist die Sonne. Eigentlich müsste München ihr ein Gehalt zahlen. Leider erreicht sie nicht alle Wege.

Grundsätzlich müssen auch benutzungspflichtige Radwege nur benutzt werden, wenn sie benutzbar sind (was für ein bekloppter Satz). Komplett vereiste Radwege können als nicht benutzbar eingestuft werden. Bei stark vereisten Radwegen wurde von Gerichten sogar eine Pflicht zum Selbstschutz festgestellt und erwartet, dass der Radler selbständig die Gefährlichkeit des Radweges erkennt und diesen nicht benutzt, wenn auf der Fahrbahn eine ungefährliche Situation herrscht.

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faltradler
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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von faltradler » So 7. Feb 2016, 13:50

ja genau, die Pappenheimstr. verläuft in Nord-Süd-Richtung. Es wirkte tatsächlich so, als wären hier zwei unterschiedliche Räumdienste unterwegs ;-)

Guter Punkt mit der Benutzbarkeit. Wenn nur ein schmaler Streifen eisfrei ist, dann hat der Radweg ja faktisch eine Breite von vielleicht 20 cm. Da muss man schon sehr stabil die Spur halten. Könnte ein Grund sein, die Fahrbahn zu benutzen, oder?!

Zugute halten möchte ich der Stadtreinigung, dass an der Nymphenburger der Split bereits vorletzte Woche, etwa am 27. Januar, wieder weggekehrt wurde. Das erleichtert das Radeln schon sehr.
An Ausfallstraßen wie der Lerchenauer blieb er zwar noch bis zum Wochenende liegen, aber letzten Montag war dort der Radweg auch gekehrt. Allerdings nur bis zur Robinienstr.! Weiter stadtauswärts und auf "untergeordneten" Radwegen werden wir wohl noch einige Zeit mit dem Split leben müssen. Man weiß ja nie, vielleicht schneit es ja zu Ostern nochmal :roll:

seamuc
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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von seamuc » Mi 4. Jan 2017, 09:01

Ich hole mal diesen Thread aus dem Einjahreskeller.
Ein frohes neues Jahr.
Es hat uns Radler gleich zu Beginn ja Schönes auf Münchens "Radwegen" beschert.
Sind das eigentlich noch Radwege oder letztlich ein schlechter Witz in der Radlhauptstadt?

Ich bin mehr im Münchner Norden unterwegs und bahne mich im beruflichen Alltag meinen Weg über die Lerchenauer-, Schleißheimer-, ggf. Karl-Theodor-Straße, Belgradstraße, Leopold-/Ludwigstraße, Von-der-Tann-Straße, Prinzregentenstraße sowie zahlreicher kleinerer Straßen, die ich ausnehmen, weil dort grundsätzlich in München sowohl auf Fußwegen-/Radwegen als auch auf der Hauptverkehrsstraße niemand wirklich räumt oder gar streut.

Jeden Winter frage ich mich: Für was zahle ich eigentlich Steuern und warum werden mir von meinem Weihnachtsgeld mehr als die Hälfte abgezogen?

Da hat es einen Tag ab Mittag in München geschneit und wir haben Straßenverhältnisse als ob wir seit zwei Wochen strengsten Winter hätten.
Auf o. g. Straßen teilweise überhaupt nicht geräumt. Hier warten sich entwickelnde Eisplatten mit harten Spurrillen auf uns.

Mir erscheint als ob in großen Teilen weder geräumt, noch vernünftig geräumt (die Schaufel über den Schnee hauchen ist ja kein Räumen) oder gestreut wurde. Auf Radwegen salzen will man ja lieber nicht, das bleibt den Autos vorbehalten, denn die fliegen ja auch nicht sofort auf die Nase, wenns rutschig werden würde.

Auf der Von-der-Tann-Straße ist die Hauptverkehrsstraße geräumt, der Matsch liegt dafür auf der rechten Spur des Radweges, welcher auf der Hauptverkehrsstraße liegt. Natürlich, wo auch sonst? Grünstreifen linke Seite? Nö.

Die Von-der-Tann-Straße ist sowieso eine Witzstraße Münchens: Früher Radweg, markiert auf Fußgängerweg, Fußgängerweg grundsätzlich so gut wie Menschen leer, vor ein paar Jahren Verlagerung des Radweges rechts auf die dick befahrene Hauptverkehrsstraße; Rechte Seite übersäht mit Gulli-Deckeln, schlechtem Zustand und bei Regen steht das Wasser natürlich rechts; Fußgänger/früherer Radweg weiterhin Menschen leer.

Toll wäre eigentlich, dass die Verantwortlichen der Stadt München ihren Hintern auf die Drahtesel setzen und bei diesen Verhältnissen mal ihre Räumungen kontrollieren.
Ob jene auch wirklich das Netz bis zum Ende hin abfahren? Oder nicht vorher schon streiken?

Das was man hier erlebt, grenzt ja an Arbeitsverweigerung.
Was kein Vorwurf an die Menschen sein soll, die räumen. Man bekommt halt immer die Qualität, die man bereit ist zu bezahlen. Und man will ja nichts mehr bezahlen, man will ja immer nur selbst sehr viel verdienen.


Die zentrale Anlaufstelle für Beschwerden oder Vorschlägen für den Radverkehr fehlt in München.
Die einzelnen Behörden agieren wie Behörden bei Gerhard Polt. Besser nicht bewegen.

Dafür, dass die Straßen in München im Autos im Stau stehen, der MVV eine Qual ist, der Radverkehr gefördert werden soll, ist jeder Radler aber selbst im Winter eine Gefahr für sich.

Ich fühle mich bei bei vereisten Spurrillen selbst mit Spikebereifung arg gefährdet. Muss ich mich jetzt für diese Stadt ein dickes Mountainbike mit Monster-Spikereifen nur für den Winter kaufen?

Gibt es in der Stadt München eine sinnvolle Adresse für etwaige Beschwerden?

Bei den Ämtern direkt beschweren, damit habe ich keine gute Erfahrung gemacht.
Die Straßenreinigung ignoriert grundsätzlich lieber jede Anfrage (im Sommer).
Das KVR München lehnt die Mehrzahl – Moment(!) es waren alle Anfragen von mir – von Verbesserungs-Bitten im Straßenverkehr mit der Begründung ab, dass es laut der Statistik nicht genügend Tote, Verletzte und frisch schwerstbehinderte Menschen gibt (im übertragenen Sinne) und eine Veränderung der baulichen Maßnahmen daher nicht erkenntlich sind.

JoMi2222
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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von JoMi2222 » Fr 6. Jan 2017, 09:20

Moin,

hast Du das Baureferat schon mal ausprobiert?
http://www.muenchen.de/dienstleistungsf ... n/1072687/

Meine pragmatische Lösung ist tatsächlich ein Fully mit Spikereifen in 60-559. Damit äußern sich 95% aller Problemfälle der Schneeräumung nur in unterschiedlichen Abrollgeräuchen ;). Hätte ich schon viel früher machen sollen, als Räumung auf Radwegen noch überhaupt kein Thema war und Radwege gern als Schneedepot genutzt wurden.

Ich war urlaubsbedingt noch nicht in der Stadt, bin aber damit viel auf Wald und Feldwegen rumgefahren. Bei den aktuellen Schneeverwehungen und den durch das rege Spaziergängeraufkommen zertrampelten Wegen sind ungeräumte Radwege oder Spurrillen bei uns im westlichen Umland eher eine Anekdote, wenn ich zum Ausrollen wieder in bebautes Gebiet komme.

Ich dachte ja eigentlich, daß die Räumung in München besser werden würde, seitdem die CSU festgestellt hat, daß die werten Radler sonst auf die Fahrbahnen ausweichen, auf denen ja ihre geliebten Autos fahren. Bis sich das flächendeckend verbessert hat, bleib ich bei meinen breiten Spikereifen. Es müssen ja alle mitmachen: Die Behörden müssen ordentliche Räumung anordnen und die Räumdienste es umsetzen und nicht doch mal eine Schippe Fahrbahnschnee auf dem frisch geräumten Radweg ablegen. Die Erkenntnis, daß festgefahrenes Eis schwerer wegzubekommen ist als Neuschnee, hat sich noch nicht durchgesetzt.

Mir persönlich ist ein Weg mit festgefahrenem Schnee lieber als einer der mit Salz freigehalten wird, weil sich das überall reinfrißt. Gilt aber wohl nicht für die Mehrheit ...

KUHmax
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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von KUHmax » Mo 9. Jan 2017, 10:02

Hallo beieinander,
Mir persönlich ist ein Weg mit festgefahrenem Schnee lieber als einer der mit Salz freigehalten wird, weil sich das überall reinfrißt. Gilt aber wohl nicht für die Mehrheit ...
tja, und halten würde das Salz auch nicht auf dem Radweg, was es auf der Fahrbahn verspricht. Auf der Fahrbahn wird der Matsch vom KFZ-Verkehr zur Seite geschleudert, was jeder sicher auch schon kennt, von wegen Überholverkehr.

Radfahrer hingegen sind weder schnell genug noch haben sie ein passendes Profil für diese "Räumfahrten". Konnte ich gestern schön an der Schleißheimer Straße sehen, wo der Radfahrstreifen zwar genug Salz abgekriegt hatte, aber der Matsch dennoch liegenblieb.
Radlergrüße,

Karin

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faltradler
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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von faltradler » Do 19. Jan 2017, 23:06

ja, diese "gemischten" Situationen mit teilweiser Salzung und eben teilweise liegenbleibendem Matsch, ständig wechselnden Oberflächen, eine schmale Spur frei und der Rest mal eisig mal matschig, sind für mich auch die mit anstrengendsten Stücke.
Gerade wenn die Fahrbahn daneben kräftig gesalzen wird, finde ich braucht der Radweg besondere Aufmerksamkeit.
Dass man Radwege aus ökologischen Gründen nicht salzt, viel breitere Straßen aber schon, macht aus meiner Sicht dann keinen Sinn, wenn der Radweg direkt neben einer solchen Straße liegt und den salzigen Matsch abkriegt.
Ansonsten finde ich natürlich sauber geräumte und mit Split gestreute Wege okay. Der rechtsseitige Isarradweg oder die breiten Wege im Südteil des englischen Gartens, bzw. die Fahrradhauptroute im Nordteil, fahren sich für mich derzeit recht angenehm. Schließlich ist Winter ...
Wobei der Split nach dem Tauwetter teilweise wieder sehr nerven wird, v.a. wenn er "prophylaktisch" über mehrere Wochen liegen gelassen wird ... .

Ansonsten, wenn's zu schlimm wird ist meine Devise auch: Signalfarben (Warnweste) anziehen und ab auf die Fahrbahn ...

Feedback gerne auch direkt an den OB.

Oder über die Winterdienst-Umfrage des ADFC: http://www.adfc-muenchen.de/winterdienst

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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von KUHmax » Mo 23. Jan 2017, 09:30

Hallo faltradler,
ja, diese "gemischten" Situationen mit teilweiser Salzung und eben teilweise liegenbleibendem Matsch, ständig wechselnden Oberflächen, eine schmale Spur frei und der Rest mal eisig mal matschig, sind für mich auch die mit anstrengendsten Stücke.
was du schreibst, scheint eine Beschreibung von Hochbordrawegen zu sein, möglicherweise auch von weniger befahrenen Nebenstraßen.

Ich meinte aber explizit den Radstreifen auf der Fahrbahn neben den KFZ-Spuren in der Schleißheimer Straße. Inzwischen (ich war nicht eher beim Schwimmen) ist der Radstreifen frei, aber man müsste tatsächlich ein Experiment mit einem abgeschlosseneren Radweg (Lindwurmstraße würde sich zum Beispiel anbieten), um festzustellen, ob das Salz nur auf dem Radweg wirklich den Radweg "schwarzgeräumt" werden lässt.
Radlergrüße,

Karin

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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von faltradler » Mo 23. Jan 2017, 11:26

ja, ich meinte Hochboardradwege. Jede Art von Radverkehrsanlage hat hier sicher ihre eigenen Herausforderungen.

wg. "Schwarzräumen mit Salz" , gute Frage. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit einer entsprechenden Menge Salz durchaus möglich ist, aber auch abhängig z.B. von der Sonneneinstrahlung.
Da stellt sich für mich dann schon auch die Frage nach der Ökologie, besonders nach dem Baumschutz, gerade wenn der Radweg direkt neben den Straßenbäumen verläuft, die Bäume von der gesalzenen Fahrbahn dagegen durch Parkplätze und einen Rinnstein etwas geschützt sind.

Ja, ein benutzungspflichtiger Radweg wie an der Lindwurmstraße müsste natürlich besonders sorgfältig geräumt werden; denn für ein Ausweichen auf die Fahrbahn dürfte diese ja "zu gefährlich" sein, andernfalls wäre die Benutzungspflicht ja obsolet ...
Für mich ganz klar ein weiteres Argument für das Aufheben der Benutzungspflicht an der Lindwurmstraße. In dem Fall würden sich gerade auch im Winter Radler und Fußgänger weniger in die Quere kommen.

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Re: Winterdienst und Radweg-Benutzungspflicht

Beitrag von seamuc » Do 8. Feb 2018, 09:58

It's Radlhauptstadt-Time!
Es liegt Schnee in München!! - Kaum zu glauben und natürlich hatte auch die Stadt München mit diesem spontanem Wintereinbruch kaum gerechnet.

Wie sind eure Erfahrungen?

22.01.2018: Wintereinbruch, es war Montag. Völlige Katastrophe auf den Straßen.
08.02.2018: 2. Wintereinbruch. Völlig überraschend fing es am Mittwoch Nachmittag leicht an. Donnerstag lag tatsächlich Schnee in München. Es war gewohnt oftmals besch. geräumt, oftmals war der Schnee halt auf dem Boden glattgestrichen (das ist jetzt neu scheinbar) oder nur der Fußweg geräumt oder.... Wenns schmilzt und gefriert, ist Eisbildung für Radler in der Radlhauptstadt ja am besten.

Besonders toll zu beobachten sind die auf die Hauptverkehrsstraße verlegten Fahrradspuren, hier wird ja grundsätzlich gar nicht mehr geräumt. Bzw. es hat sich im Sommer wohl niemand in der Verwaltung gedanken gemacht, dass diese Radspuren auf der Straße ja im Winter aucch geräumt werden müssten.

Jedes Jahr wieder, es wird nicht dazugelernt. Es wird nichts besser gemacht. Es wird nur geschwafelt.

Der Vorbote am 22. Januar 2018, sah damals dann so aus:
Von-der-Tann-Straße Richtung Friedensengel. Verlegter Fahrradweg auf die Fahrbahn.
Zweiradfahrer fahren in der Radlhauptstadt auf Schnee ja viel sicherer, gerade bei einer eh schon verengten und recht gefährlichen Straße.
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Franz-Josef-Strauß-Ring
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Mein Liebling. Prinzregentenstraße/Franz-Josef-Strauß-Ring.Warum den Radweg räumen, wenn das Räumfahrzeug auch einfach rechts rüberziehen und den Fußweg schlecht räumen kann.
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It's Radlhauptstadt-Time!

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