Fahrradmitnahme bei Schienenersatzverkehr (SEV)

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
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faltradler
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Fahrradmitnahme bei Schienenersatzverkehr (SEV)

Beitrag von faltradler » Do 22. Okt 2015, 15:35

Anlässlich der zahlreichen Bahn-Baustellen diesen Sommer schrieb ich zunächst ein Bahnunternehmen sowie anschließend die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) an. Es ging darum, dass beim SEV durch Busse oft keine Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme bestehen.

Interessant finde ich hier die Antwort der BEG (Hervorhebung und Auslassung (...) durch mich):
"Selbstverständlich geben wir den Verkehrsunternehmen in unseren Verkehrsdurchführungsverträgen vor, dass im Rahmen von Baumaßnahmen oder Streckensperrungen ausgefallene Verkehrsleistungen durch einen adäquaten Schienenersatz- bzw. Busnotverkehr zu ersetzen sind. Dabei muss im Vergleich zur geschuldeten Verkehrsleistung ein möglichst gleichwertiges Qualitätsniveau angeboten werden. Dies betrifft u. a. auch die Bereitstellung ausreichender Kapazitäten, die umfassende Information der Fahrgäste sowie die Bereitstellung der Fahrradkapazitäten. (...)

Wir erwarten, dass das Verkehrsunternehmen den Ersatzverkehr bestmöglich plant, um seinen Fahrgästen weiterhin ein akzeptables Verkehrsangebot bereitstellen zu können. Naturgemäß ist ein Ersatzverkehr bezüglich Fahrradmitnahmemöglichkeiten, Reisezeit, Komfort und Zuverlässigkeit im Vergleich zum regulären Schienenverkehr mit Nachteilen verbunden. Diese Nachteile müssen im Interesse der Bautätigkeit, die zum Erhalt der Infrastruktur notwendig ist, leider hingenommen werden.

Anlässlich Ihres Schreibens haben wir das Verkehrsunternehmen gebeten, Ihre durchaus nachvollziehbaren Beanstandungen zur Fahrgastinformation und Fahrradmitnahme bei den künftigen SEV-Planungen hinsichtlich einer Qualitätsverbesserung zu berücksichtigen."

Kommentar:
Natürlich kann man als Radfahrer bei einem Bus als SEV nicht den gleichen Komfort und auch nicht die gleichen Kapazitäten erwarten wie in einem Zug. Dass man jedoch oft GAR KEINE Möglichkeit hat, ein Rad mitzunehmen, scheint keine festgeschriebene Tatsache zu sein ... . Es kann sich lohnen, die Verkehrsunternehmen anzuschreiben und - falls von dort keine zufriedenstellende Antwort kommt (wie in meinem Fall) - auch die BEG, um längerfristig Verbesserungen zu erreichen.

Schließlich werden ja - so mein Argument - viele Bauunternehmen in den Ferien durchgeführt - gerade dann, wenn viele Radler unterwegs sind, die auch touristisch für die Regionen und letztlich auch für die Bahnunternehmen wichtig sind.

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