Verkehrsquiz - Wer bin ich

Auch Fragen zur Strassenverkehrsordnung oder Umgang mit Ordnungswidrigkeiten oder Bussgeldern
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Grusewolf
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Verkehrsquiz - Wer bin ich

Beitrag von Grusewolf » Fr 1. Aug 2014, 18:22

2014-08-01 16-58-56.JPG
Rechtsabbieger
Für geradeaus fahrende Autofahrer und Radfahrer ist diese Kreuzung am Arabellapark ja noch recht eindeutig. Wie ist es aber mit rechts abbiegenden Radfahrern auf dem Radweg? Gilt hier eher die Spezialisierung der Ampeln nach Radfahrern und Autofahrern (Radlerampel rot) oder die nach geradeaus und rechts abbiegenden Verkehrsteilnehmern (Rechtsabbieger grün)?

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Tinu
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Re: Verkehrsquiz - Wer bin ich

Beitrag von Tinu » Fr 1. Aug 2014, 22:21

Ich möchte lösen:

Da auf Radverkehrsführungen immer die Radlerampeln gelten (sofern vorhanden), gilt eindeutig die Radlerampel, auch wenn die Furt durch den Abbiegevorgang im Schutzbereich der Ampel verlassen wird.

Welche LZA gilt, bestimmt sich immer danach, wo man herkommt, nicht danach, wohin man will. Im Zweifelsfall bekommt jede Fahrspur eine eigene Signalisierung, die dann für diese Spur gilt, egal in welche Richtung man dann abbiegt, oder auch nicht. Letztlich sind Radlerampeln nichts anderes (weshalb sie auch nicht für Radler gelten, wenn sie auf der Fahrbahn fahren!). Genau genommen gelten Radlerampeln also nicht für Radler, sondern Verkehrsteilnehmer, die die Radverkehrsführung nutzen!

Man könnte argumentieren, dass im Beispiel die Radlerampeln sogar gelten müssen, weil die Rechtsabbieger auf der Fahrbahn durch den Grünpfeil darauf vertrauen dürfen, dass ihnen beim Abbiegen keiner in die Quere kommt (anders als bei pauschalem Vollgrün, wo die Rechtsabbieger mit den geradeaus fahrenden Radlern rechnen müssen). Allerdings sähe das schon wieder anders aus, wenn die Radlerampel fehlen würde: jetzt dürften die Radler gleichzeitig mit dem Fahrbahnverkehr abbiegen und die Situation entspräche etwa dem parallelen Abbiegen aus zwei parallelen Rechtsabbiegespuren auf der Fahrbahn, die auf eine Spur der Querstraße zusammengeführt werden. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob das überhaupt zulässig ist, würde aber wetten, dass es das trotzdem gibt.
Gruß
Martin

mgka
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Re: Verkehrsquiz - Wer bin ich

Beitrag von mgka » Mi 20. Aug 2014, 09:02

Wobei ich mal noch eine Zusatzfrage in den Raum stellen will: dürfte ich in diesem Fall als Radfahrer schon vorher den (offenbar benutzungspflichtigen) Radweg verlassen, um so von der Ampelschaltung zu profitieren? Falls nein: warum nicht? Beginge ich einen Rotlichtverstoß oder nur einen Verstoß gegen die Benutzungspflicht? Ist ja "preislich" ein wesentlicher Unterschied.

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Tinu
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Re: Verkehrsquiz - Wer bin ich

Beitrag von Tinu » Mi 20. Aug 2014, 15:33

Aus verkehrstechnischen Gründen einen benutzungspflichtigen Radweg zu verlassen halte ich nur dann für zulässig, wenn dieser mich nicht zum Ziel führt (also etwa beim Linksabbiegen, weil der Radweg mich bestenfalls zum indirekten Abbiegen nötigt). Fürs Rechtsabbiegen nach links auf die Fahrbahn zu wechseln, um dann den Radweg sogar zu schneiden, lässt sich wohl kaum als Optimierung der Streckenführung auslegen.

Der Verstoß wäre mich aber kein Rotlichtverstoß, weil auf der Fahrbahn natürlich (inzwischen) die Fahrbahnampeln gelten. Du denkst wahrscheinlich an den Fall, wenn man zur Umgehung der Ampel unzulässigerweise über andere Straßenteile ausweicht, die nicht LZA-geregelt sind. Hier wird aber auf einen Straßenteil gewechselt, an dessen LZA-Regelung man sich ja dann auch hält.

Bin gespannt, wie du hier anders argumentieren würdest.
Gruß
Martin

mgka
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Re: Verkehrsquiz - Wer bin ich

Beitrag von mgka » Do 21. Aug 2014, 10:14

Zunächst einmal sehe ich auch keinen Rotlichtverstoß - denn die Regelungen in § 37 StVO sind ja nun klar(er) gefasst. Der Radweg könnte auch durch wen oder was auch immer blockiert sein. so dass ich als Radfahrer ohnehin auf die Fahrbahn ausweichen müsste.
Ich sehe aber auch nicht unbedingt einen Verstoß gegen die Benutzungspflicht. § 9 StVO sagt etwas zum Linksabbiegen (dass man da ggf. vorhandene Radverkehrsführungen zu befolgen hätte), ist hier offensichtlich nicht einschlägig. Es gibt nur einen Radweg in Geradeaus-Richtung, nicht aber in der Straße, wohin ich fahren möchte. Warum sollte ich also nicht schon etwas früher auf die Fahrbahn wechseln (dürfen)? Das häufig für die Benutzungspflicht (über)strapazierte Argument, die Räumzeiten der Lichtsignalanlage seien nicht auf die Bedürfnisse von Radfahrern ausgerichtet, greift hier offensichtlich auch nicht, denn der Räumweg ist für den Abbiegefall sehr kurz.

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Tinu
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Re: Verkehrsquiz - Wer bin ich

Beitrag von Tinu » Do 21. Aug 2014, 10:41

Da der Abbiegevorgang ja erst auf der Fahrbahn im Kreuzungsbereich (also von der Furt aus, also nach dem durch die Kreuzung unterbrochenen Radweg!) beginnt, sehe ich kein Argument den benutzungspflichtigen RW vorher verlassen zu dürfen, der mich ja auf dem direktesten Weg zur Abbiegestelle führt. Es gibt keinen Umweg (im Gegenteil) und man wird auch nicht von seiner beansichtigten Route weggeführt.

Das einzige Argument (und auch die tatsächliche Absicht) für den Wechsel auf die Fahrbahn ist doch das Wählen einer günstigeren LZA. Dafür sehe ich aber keine Legitimation, und es gleicht schon fast der Umgehung einer - nämlich der für den Sonderweg explizit vorgesehenen - LZA.

(@mgka: versuch mal dein Argument in die aktuelle Diskussion im VP um unterbrochene Radwege einzuflechten, dann dreht der Münsterländer bestimmt völlig durch ;) )
Gruß
Martin

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