Ein Altstadt-Radlring ist machbar

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Bereits Anfang Februar hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München ein Konzept vorgelegt für einen Altstadt-Radlring, der auch Bestandteil des aktuellen Bürgerbegehrens beim Radentscheid München ist. Der Stadtrat soll nun in der nächsten Woche beschließen, die Umsetzbarkeit des Projekts zunächst umfangreich zu prüfen. Ein Ergebnis wird nicht vor 2020 erwartet. Aus Sicht des ADFC München geht das viel zu langsam. Der Fahrrad-Club stellt jetzt sein umfangreiches Verkehrskonzept für den Altstadt-Radlring in einer 44-seitigen Broschüre zum Download bereit. Es zeigt: Ein Altstadt-Radlring ist machbar.

 

So entspannt und sicher könnte man auf der Frauenstraße radeln, wenn der Altstadt-Radlring gebaut wird. Illustration: Andreas Gregor

Radeln auf der Blumenstraße könnte so schön sein. Illustration: Andreas Gregor

Endlich mehr Platz für Radfahrende auf der Sonnenstraße. Illustration: Andreas Gregor

München, 17.6. 2019 – Das Vorgehen von Stadt und Planungsreferat in Bezug auf den Altstadt-Radlring löst beim ADFC München Unverständnis aus. „Es sollten jetzt nicht endlose Untersuchungen eingeleitet und zahllose Gutachten eingeholt, sondern mutige Maßnahmen umgesetzt werden“, erklärt Andreas Groh, 1. Vorsitzender des ADFC München. „Unser Konzept stellt die grundsätzliche Machbarkeit unter Beweis.“ Der ADFC unterteilte den Altstadtring für das Projekt in zehn Straßenabschnitte und erarbeitete für jeden Abschnitt ein detailliertes Modell, das die speziellen Herausforderungen des jeweiligen Verkehrsraums berücksichtigt und konkrete Lösungen für eine gute Radverkehrsinfrastruktur visualisiert. Auch die Anforderungen des Lieferverkehrs innerhalb der Altstadt wurden dabei bedacht.

Einfache Maßnahmen sofort umsetzen
Nach den ADFC-Plänen entstehen am Altstadtring beidseits durchgehend geschützte Radwege. Sie sollen eine Regelbreite von 2,50 Meter haben und breit genug für Überholmanöver sein, damit auch Radlerinnen und Radler mit Anhänger oder Lastenrad stressfrei ihr Ziel erreichen können. Bei genügend breitem Straßenraum soll die Breite bis zu 3 Meter betragen, mindestens jedoch 2,30 Meter. Der nur begrenzt verfügbare Verkehrsraum muss daher anders verteilt werden: Kfz-Spuren müssen als Radwege umgenutzt und Einbahnstraßen eingerichtet werden.

„Selbst wenn in manchen Abschnitten noch weitergehende verkehrsfachliche Prüfungen nötig sind, kann man jetzt sofort mit den leicht umsetzbaren Verbesserungen starten“, betont Andreas Groh. Der ADFC hat die vorgeschlagenen Maßnahmen deshalb nach den Kriterien Sicherheit, Machbarkeit und Effizienz priorisiert. So hat zum Beispiel die Sonnenstraße hohe Priorität, weil die Maßnahmen dort für erhebliche Sicherheit und Effizienz sorgen und zudem einfach umsetzbar sind. Die Frauenstraße hat wegen der aufwendigen Einrichtung einer Einbahnstraße eine mittlere Priorität, obwohl hier der Radweg komplett fehlt. Andreas Groh appelliert an die Verantwortlichen: „Wir brauchen dringend eine sichere und leistungsfähige Radverkehrsinfrastruktur. Sie ist Voraussetzung dafür, dass alle Radfahrenden – auch Kinder, gesundheitlich Eingeschränkte und ältere Menschen – gefahrlos, entspannt und bequem unterwegs sein können.“

Hinweise für Redaktionen
Eine frühere Medieninformation zum Altstadt-Radlring und Bildmaterial finden Sie im Anhang.
Die komplette Broschüre und weitere hochauflösende Bilder finden Sie unten zum Download.
Bei Nutzung bitte folgende Angabe verwenden: Illustration: Andreas Gregor

Diese Medieninformation und weitere Meldungen gibt es online in unserem Pressebereich.

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 180.000 Mitgliedern, davon mehr als 28.000 in Bayern und über 7500 in München, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

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