ADFC lehnt die neuen Radwegpläne für die Sonnenstraße ab

Pressemitteilung

Die Stadt München will die Haltestelle für Touristikbusse vom Bahnhofplatz in die Sonnenstraße verlegen. Den Plänen zufolge soll für die Bushaltebucht der bislang abgetrennte Radweg an der Sonnenstraße auf die Fahrbahn verlegt werden. Der ungeschützte Radfahrstreifen verliefe dann zwischen ein- und ausfahrenden Bussen und dem Autoverkehr der dreispurigen Straße. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München verurteilt diese Pläne, da sie Radfahrende gefährden und Stress auslösen. Die Pläne sollen am Montag, den 26.11.2018, von den Behörden erörtert werden.

München, 22.11.2018 – Der gesamte Bahnhofplatz wird im kommenden Jahr neugestaltet. Dann sollen die zahlreichen Stadtrundfahrt-Busse, die dort seit vielen Jahren an- und abfahren, einen neuen, zentral gelegenen Haltepunkt bekommen. Die Pläne der Stadt sehen vor, dass die neue Touristikbus-Haltstelle in der Sonnenstraße am Karlsplatz vor dem Galeria-Kaufhof-Gebäude entsteht. Die neugeschaffene Bushaltebucht erstreckt sich von dort bis hin zur Schlosserstraße.

So soll der neue Radweg an der Sonnenstraße verlaufen (siehe Grafik „Planung Stadt“)
Bei dem erforderlichen Umbau der Sonnenstraße will die Stadt den vorhandenen, bislang abgetrennten Radweg kurzerhand auf die Straße verlegen. Der bisherige Radweg soll nach dem Umbau als Fläche für die ein- und aussteigenden Fahrgäste der Busse dienen. Radlerinnen und Radler müssten dann auf einem ungeschützten Radfahrstreifen auf der Fahrbahn zwischen der neueingerichteten Bushaltebucht und der dreispurigen Straße fahren. An- und abfahrende Busse müssen diesen Radfahrstreifen queren. Erst hinter der Adolf-Kolping-Straße werden die Radfahrenden wieder auf den alten abgetrennten Radweg geführt.

ADFC lehnt die für Radfahrer gefährlichen und unattraktiven Pläne ab
Der ADFC München sieht nach dem Umbau Gefahren auf die Radlerinnen und Radler zukommen:
Da sie zukünftig auf der Fahrbahn zwischen Autos und den ein- und ausfahrenden Bussen radeln müssten, werden sie von beiden Seiten bedrängt, das Unfallrisiko für sie steigt. „Busse und Autos werden bei dieser Lösung auch kaum den notwendigen Seitenabstand zu Radfahrenden einhalten“, erklärt Andreas Groh, stellvertretender Vorsitzender des ADFC München und ergänzt: „Sicherlich besteht nun in der Regel eine gute Sichtbeziehungen zwischen Radfahrenden und dem Busverkehr. Allerdings war dies zuvor gar nicht notwendig. Denn vielmehr schafft man durch die querenden Busse und die nicht vorhandene bauliche Trennung zum Autoverkehr überhaupt erst zusätzliche Gefahren.“ „Solche Pläne verleiden den Menschen, die Freude am Rad fahren.“, betont Thomas Häusler von der Bürgerinitiative MunichWays.com. Er hat gegen die Pläne Beschwerde eingelegt, die am 26.11.2018 von den Behörden erörtert werden sollen. Besonders unerfahrene und schwächere Radfahrende wie Kinder und Senioren fühlen sich mitten im Verkehr nicht sicher. Parken noch dazu – wie so oft – Busse, Lieferfahrzeuge oder Autos regelwidrig auf dem Radfahrstreifen oder belegen die Bushaltestelle, sind Radfahrer gezwungen auf die Fahrbahn auszuweichen – und so noch größeren Gefahren ausgesetzt.

Lösungsvorschlag des ADFC München (siehe Grafik „Vorschlag ADFC München“)
Aus Sicht des ADFC München kann die extralange Linksabbiegespur von der Bayerstraße bis zur Schlossstraße gekürzt werden, ohne den Verkehr nennenswert zu beeinträchtigen. Der hierdurch gewonnene Platz kann dann verwendet werden, um einen sicheren und genügend breiten Radweg zwischen einer großzügigen Bushaltestellenfläche und einem ausreichend breiten Gehweg zu schaffen. Auch an vielen Linienbushaltestellen funktioniert eine solche Lösung problemlos.

Umsetzung bringt allen Vorteile
Die existierende separate und zweite Linksabbiegespur an dieser Stelle ist aus Sicht des ADFC völlig überdimensioniert, da keine Straße direkt nach links in die Altstadt führt. Autofahrer nutzen diese Spur nur, um nach dem Wenden von der Sonnenstraße in die Herzog-Spital-Straße zu gelangen. Nach dem Entwurf des ADFC München wird Linksabbiegen weiterhin möglich sein und auch der Geradeausverkehr ist kaum beeinträchtigt, da auch künftig zwei Spuren genutzt werden können. „Unser Vorschlag bringt keine nennenswerten Behinderungen für Autofahrer und verhilft Radlern, Busfahrgästen und Fußgängern zu einem sicheren und entspannten Miteinander. Auch für Lastenräder oder Kinderanhänger gibt es so ausreichend Platz“, erklärt Andreas Groh. „Aus unserer Sicht ergeben sich hierbei Vorteile für alle Beteiligten.“

© ADFC München 2018



Am 13. Januar 2019


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