Die Münchner Rikscha-Branche unter den Eindrücken der Corona-Pandemie

Unter normalen Umständen, würde jetzt die Rikscha-Saison beginnen. Doch leider ist der zentrale Anlaufpunkt der "Radl-Taxler" - der Marienplatz, in diesen Tagen nahezu menschenleer. Bis mindestens 20. April 2020, ist es der Rikscha-Branche nicht erlaubt im Rahmen von Gästeführungen oder Events (z.B.Hochzeiten), Fahrten mit Rikschas durch zu führen.

Personentransport (Taxifahrten) und Lieferung von Waren ist jedoch weiterhin gestattet. So entdecken die Münchner Rikscha-Unternehmen neue Geschäftsfelder und bieten Lieferdienste an. Auch in der Nachbarschaftshilfe kommen Rikschas zum Einsatz – schließlich kann man mit den Spezial-Rädern mühelos bis zu 350 kg Ladung (bei einem Volumen von über 400 Litern) transportieren.

Der Betrieb von touristischen Fahrten ist jedoch komplett eingestellt: wie bei vielen andere Unternehmen aus dem Bereich Tourismus und Events auch, sind für denn April 2020 keine nennenswerten Umsätze zu erwarten. Dies entwickelt sich jetzt schon zu einem großen Problem, vor allem für Rikscha-Fahrer*innen die ihre Tätigkeit während der Saison hauptberuflich ausüben. Die AG Rikscha setzt sich hier im Namen der Branche für mögliche Hilfszahlungen durch Staat und Bundesland ein. Denn auch Gaudi-Fahrten, Kultur, Stadtgeschichte und nachhaltige Tourismusangebote sind in unseren Augen "systemrelevant".

Englischer Garten: vertragliche Regelungen zwischen Rikscha-Betreibern und der Bayerischen Schlösser und Seenverwaltung

Doch es gibt auch gute Nachrichten: seit Dezember 2019 ist die AG Rikscha in Kontakt mit der Verwaltung des Englischen Gartens. Wunsch der Bayerischen Schlösser und Seenverwaltung (BSV) war und ist ein vertragliche Regulierung von kommerziellen Rikscha-Anbietern innerhalb des Parks (als Alternative zu einem generellen Verbot von Rikschas auf Flächen der BSV).

Im Ergebnis zu den Verhandlungen der AG Rikscha mit der BSV, können Rikscha-Betreiber nun einen Vertrag mit der BSV eingehen und eine Plakette erwerben. Diese fahrzeug-bezogene Plakette berechtigt zu einer Fahrt in den Garten, Fahrer*innen sind durch ein spezielle "Nummernschild" identifizierbar. Unter den Eindrücken der Corona-Pandemie hat der Freistaat Bayern die ursprünglichen Kosten für eine Saison-Plakette von EURO 200,00 (netto) auf EURO 50,00 reduziert.

© ADFC München 2020

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