Längere statt breitere Trambahnen

Die Pressemitteilung „ADFC München: Längere statt breitere Trams“ (hier) stieß auf ein sehr breites Medienecho. Für uns sind bei allen Ausbauplänen grundsätzlich folgende Punkte entscheidend: gemeinsame Planung, Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden, Prüfung von Alternativen und ein für alle transparentes Vorgehen.

Werden extrabreite Trambahnen zum neuen Standard, geht das auch zu Lasten des Radverkehrs. Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Adtranz_GT6N_in_Munich_(Line_19).JPG#file

  • Gemeinsam planen und gemeinsam den Umweltverbund stärken
    Wir wollen nachhaltige Mobilität gemeinsam mit dem Fußverkehr und dem ÖPNV vorantreiben. Das jeweilige Ausbauvorhaben soll dabei nicht zu Lasten der anderen umweltfreundlichen Verkehrsarten gehen, sondern der dafür nötige Platz soll dem motorisierten Individualverkehr (MIV) entzogen werden. Das haben wir gemeinsam mit der MVG hier vereinbart.
  • Sichere Mindestbreiten
    Was uns wichtig ist: Auch z.B. Radler:innen mit Kinderanhänger müssen sicher radeln können. Dafür sind gewisse Mindestbreiten nötig. Bereits jetzt ist es aber teilweise schwierig, diese entlang des Tram-Netzes zu realisieren. Bei zukünftig zwei extrabreiten Tramspuren entfielen bis zu 70 Zentimeter – auch dort, wo es jetzt schon sehr eng ist.
  • Alternativen prüfen
    Kann kein zusätzlicher Raum durch den Wegfall von Kfz-Spuren oder Parkplätzen gewonnen werden, muss man Kompromisse finden, die den Umweltverbund als Ganzes stärken. Hierbei gilt es viele Faktoren zu beachten: Machbarkeit, Sicherheit, Attraktivität, Nutzen und Kosten sind nur einige Aspekte. Dabei sollten auch Alternativen geprüft und abgewogen werden. Lassen sich die gewünschten Ziele und Vorteile auch anders erreichen? Etwa durch längere statt breitere Trams. 
  • Transparentes Vorgehen
    Bevor Grundsatzentscheidungen getroffen werden, müssen alle Fakten und detaillierte Pläne auf den Tisch kommen. Der Stadtrat sollte nicht im Schnellverfahren Tatsachen schaffen, die in ihren Auswirkungen zuvor weder ausreichend untersucht, noch breit kommuniziert und diskutiert wurden. Nur ein für alle transparentes Vorgehen ermöglicht die faire Verteilung der Flächen und schafft Akzeptanz.

Auswahl an Medienbeiträgen zum Tram-Thema

Ausgebremst: Münchner Stadtrat bremst Entscheidung über breitere Trambahnen aufs Abstellgleis! / münchen TV

ADFC gegen breitere Trambahnen in München / BR

35 Zentimeter mehr: Ach du dicke Tram! / Bild

Breitere Trams in München: Radl-Club läuft Sturm gegen Pläne / AZ

Trambahn-Kapazitäten: Breiter oder länger? / SZ

Riesen-Zoff um neue Trambahnen - sind sie für München zu dick? / tz

Münchner Radler gegen Pläne für breitere Tram-Bahnen / SZ

Tram-Bahnen in München sollen breiter werden: Radfahrer stellen sich quer ‒ wegen 35 Zentimetern / Hallo München

Münchner Radler gegen Pläne für breitere Tram-Bahnen / Zeit

Radler, bitte bremsen / SZ

 

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