Die Ohnmacht von Gesetz und Polizei, am Beispiel Brienner Straße


Von Cornelia Feyer

Die Einbahnstraßenregelung in der Brienner Straße ist der erste, wenn auch klitzekleine Schritt zur Verwirklichung des Altstadt-Radlrings.
Die Brienner Straße ist seit Mitte August 2019 zwischen Odeonsplatz und Amiraplatz als „unechte Einbahnstraße“ ausgewiesen, d.h. die Fahrzeuge, die von Westen bzw. vom Maximliansplatz kommen, können nicht mehr bis zum Odeonsplatz durchfahren, während der Radverkehr auch gegen die Einbahnstraße rollt. Hierfür wurden einige Parkplätze entfernt und beidseitig Radfahrstreifen abmarkiert. Ausnahmeregeln bestehen für die Linien- und Sightseeingbusse, diese dürfen gegen die Einbahnreglung die Brienner Straße durchqueren, die anderen müssen am Amiraplatz nach rechts abbiegen.



Blick vom Odeonsplatz zum Maximiliansplatz, Foto: Heiko Damnik

Diese neue Regelung wurde mit Erleichterung angenommen, denn die Brienner Straße ist die von Radfahrern am meisten frequentiere Straße Münchens und eine wichtige Ost-Westverbindung.

Die Änderung der Verkehrsführung wurde durch rote Verbotsschilder „Einfahrt verboten, Radfahrer und Linienbusse frei“ kundgetan.
Aber das interessierte die Autofahrer wenig, in langen Kolonnen und mit Vollgas ging es munter gegen die Einbahnstraße.
Die Stadt reagierte und stellte am Amiraplatz größere Verbotsschilder auf.
Nur bedingt erfolgreich, die Autofahrer ignorierten weiterhin mit bemerkenswerter Ignoranz  die Verkehrsschilder. Während die Polizei kontrollierte und nun auch Bußgeldbescheide verteilte, drückten sich die Autofahrer reihenweise am Polizeiauto vorbei und fuhren gegen die Einbahnregelung zum Odeonsplatz. Was wiederum zu massiven Beschwerden derjenigen führte, die zahlen mußten, während andere vorbeirauschten. Es gab Stau, Chaos und Gehupe.
 

Blick vom Amiraplatz Richtung Odeonsplatz, Foto: Achim Janders

Mitte Oktober: Die Flächen sind nun durch Sperrflächen und große Richtungspfeile markiert, aber es hilft nur bedingt, die Polizei muß weiterhin präsent sein.

Mitte Dezember: Und noch immer müssen Polizisten am Amiraplatz stehen, um übermütigen Autofahrern den Weg zu weisen. Aber es bessert sich, nach vier Monaten hat man wohl endlich gelernt, Verkehrsschilder zu akzeptieren.

Cornelia Feyer

 

© ADFC München 2020

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