Ring frei für RadlerInnen!

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Was für ein Tag: 6000 Menschen sind mitgeradelt bei der Rad-Ring-Demo in der Gluthitze! Am Sonntag, den 30.6., ging’s auf den Mittleren Ring – und das wollten sich Tausende RadlerInnen trotz Temperaturen von über 36 Grad im Schatten nicht entgehen lassen.

Foto: Tobias Hase

Foto: Tobias Hase

Foto: Bernd Seitz

Bei der Kundgebung auf der Theresienwiese um 11 Uhr trudeln die TeilnehmerInnen langsam ein, es werden immer mehr, schon bald sind die Stände umlagert – und viele kommen, um noch die letzte Gelegenheit zu nutzen, für den Radentscheid München  zu unterschreiben. Bis Dienstag, 2.7., müssen alle Listen abgegeben sein, dann wird gezählt. Und zwei Tage später werden die Unterschriften dann paketweise im Rathaus abgeliefert.

Thorsten Kellermann vom Bund Naturschutz verspricht den TeilnehmerInnen: „Wir bleiben da dran, bis die letzte Forderung umgesetzt ist.“ Auch Sonja Haider von der ÖDP ist sicher: „Ihr bewegt was, das bleibt nicht ungehört!“ „Denn“, so Andreas Schuster von Green City, „noch haben wir keine gute Radverkehrsinfrastruktur. Das ist kein Angebot, um Leute, die noch nicht radeln, vom Radeln zu überzeugen.“ Katrin Habenschaden von den Grünen ergänzt: „Ich freue mich, jetzt mit euch über den Mittleren Ring zu radeln, aber noch mehr freue ich mich, wenn ich das erste Mal über den Altstadt-Radlring fahre.“ Für einen durchgängigen Altstadt-Radlring hat der ADFC München vor kurzem ein umfangreiches Konzept erstellt und veröffentlicht.

Maria Deingruber, stellvertretende Vorsitzende vom ADFC München, betont zudem die grundsätzlichen Forderungen an eine gute Radverkehrsinfrastruktur: „Wir brauchen mehr Platz, einen guten Winterdienst, eine taugliche Beschilderung der Radwege, bessere Ampelschaltungen und ausreichende Abstellplätze, um in der Stadt sicher und entspannt von A nach B zu kommen.“ Und Andreas Groh, der 1. Vorsitzende, lädt alle ein, beim ADFC mitzumachen: „Wir bieten eine Plattform, für alle, die sich zum Beispiel bei Radtouren oder Kursen engagieren oder verkehrspolitisch aktiv werden wollen.“ Brigitte Wolf von den Linken verweist zum Schluss noch auf den Aspekt, dass Radeln auch sozial gerechter sei, da es wenig koste und daher alle teilhaben könnten an diesem Vergnügen.

Und dann geht’s endlich los mit dem Vergnügen. Die gut gelaunten TeilnehmerInnen füllen schnell noch ihre Trinkflaschen auf und lassen sich nass spritzen an den eigens installierten Wasserschläuchen am Hydranten. Und dann kapert die Radl-Karawane den Mittleren Ring.
Auf der linken Seite stauen sich die Autos, rechts radeln die DemonstrantInnen in gemütlichem Tempo vorbei, klingeln und juchzen in den Tunneln und erleben die Stadt aus neuer Perspektive. Bunte Helme, Strohhüte, Kappen und Sonnenschirme – ohne die geht nichts in der Mittagshitze. Doch die Helfer haben alles super im Griff: die Polizei, die vielen ehrenamtlichen OrdnerInnen und der ADFC-„Radl-Notarzt“, der gleich mehrfach bei kleinen Pannen aushelfen muss.

Zurück auf der Theresienwiese geht's entspannt weiter. Die Band Oansno spielt einen Mix aus Reggae, Balkan-Beats und bayerischer Volksmusik. Die Fridays-for-Future-Bewegung fordert eine autofreie Zone innerhalb des Altstadtrings und von 2025 an sogar innerhalb des Mittleren Rings. Und so machen die Radl-Aktivisten eins an diesem Tag klar: Es geht in dieser Stadt nichts mehr ohne die RadfahrerInnen.

© ADFC München 2019

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