Radverkehrsförderung im südlichen Landkreis München

ADFC

In den Gemeinden des Landkreises München wird der Radverkehr in höchst unterschiedlichem Ausmaß gefördert. Während z. B. in Oberhaching vergleichsweise viel für den Radverkehr unternommen wurde bzw. wird, sieht es in einigen anderen Gemeinden eher mau aus. In manchen Gemeinden gibt es nichtmal Radabstellanlagen vor dem Rathaus.

Bei den Maßnahmen und Aktionen zur Förderung des Radverkehrs empfehlen wir gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK) den Gemeinden in folgenden Bereichen aktiv zu werden: 

Infrastrukturmaßnahmen

  • Netzlückenschließung vorhandener Radwege bzw. Radfahrverbindungen
  • Beschilderung der (über)örtlichen Radfahrverbindungen
  • Planung und Bau (über)örtlicher Radschnellverbindungen
  • Roteinfärbung wichtiger Querungsstellen für den Radverkehr
  • Tempobegrenzung auf innerörtlichen sowie Gemeindeverbindungsstraßen, wenn keine Radverkehrsanlagen vorhanden sind
  • Fahrradabstellanlagen an wichtigen, öffentlichen Gebäuden sowie an Haltestellen des öff. Verkehrs und in Einkaufsbereichen
  • Erlass von Fahrradabstellplatzsatzungen für den Neu- bzw. Umbau von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen
  • Einführung von Leihradsystemen (z. B. MVG-Rad) in Gemeinden mit mehreren Ortsteilen bzw. dezentralen Haltepunkten des öff. Verkehrs
  • Aufstellung von Ladesäulen für E-Pedelecs und E-Bikes
  • Schließfächer an von Radwanderern besonders beliebten Zielen

Informationskampagnen, Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit

  • Regelmäßige Informationen zum Radverkehr in den gemeindlichen Veröffentlichungen als vollwertiges, innerörtl. Verkehrsmittel
  • Aktuelle Infos zum Radverkehr auf der Homepage der Gemeinde (Baustellen, Tourenvorschläge, Verkehrsverhalten etc.)
  • Radverkehrsinfostand als fester Bestandteil bei gemeindlichen Veranstaltungen wie Bürgerversammlungen, Straßenfesten, Vereinsjubiläen etc. (ggf. gemeinsam mit dem ADFC)
  • Gemeinsame Auftaktveranstaltung von Gemeinde, ADFC und anderen Vereinen bzw. Gruppierungen zum Stadtradeln
  • Kennzeichnung und zeitnahe Beseitigung von defekten bzw. verkehrsbehindernden Fahrrädern im Gemeindegebiet
  • Durchführung bzw. Unterstützung von Kampagnen autofrei zur Schule am Schuljahresbeginn
  • Veranstaltungen mit Gewerbeverband, ADFC und anderen Institutionen zur Information und Werbung für den Radverkehr
  • Flyer, Broschüren, Plakate insb. zur Verkehrssicherheit des Radverkehrs, aber auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer

Servicemaßnahmen

  • Beleuchtungscheck bzw. Verkehrssicherheitsprüfung von Fahrrädern im Herbst an Schulen, Bibliotheken etc.
  • (Probeweiser) Verleih von Lastenrädern bzw. Pedelecs/E-Bikes in Zusammenarbeit mit örtl. Händlern, Firmen etc.
  • Servicestationen für Luft und kleine Reparaturen am gemeindlichen Bauhof, Wertstoffhof, an Tankstellen, Geschäften, Banken etc.
  • Anschaffung von Diensträdern für die Gemeindeverwaltung, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen etc.
  • Prüfung von Fahrradleasingmodellen in der öffentl. Verwaltung sowie in privaten Einrichtungen und Betrieben
  • Regelmäßige Reinigung, Winterdienst und Instandhaltung von Radwegen
  • Stromsparende, ggf. auf Bewegung reagierende Beleuchtung in Unterführungen, bei Waldstrecken etc.

Die aufgeführten Maßnahmen sind beispielhaft zu verstehen und können bzw. sollten ggf. durch spezifische, örtliche Maßnahmen ergänzt werden. Dies sollte in Abstimmung mit der für den Ort zuständigen ADFC-Gliederung erfolgen, kann aber auch direkt an den Bürgermeister, die Gemeindeverwaltung, Parteien oder andere Interessensgruppen gerichtet werden. Dabei stehen der ADFC München bzw. die entsprechenden Arbeitsgruppen vor Ort für Informationen und Unterstützung gerne zur Verfügung.

Beitrag von Jörg Koppen, Mitglied in der Arbeitsgruppe Landkreis Süd.

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