Radldemo für den Erhalt der Durchfahrt am Marienplatz Samstag, 30. April 2016

Pressemitteilung Marienplatz

Seit über zwei Monaten heißt es für RadlerInnen am Marienplatz: Bitte absteigen! Die Durchfahrt zum Rindermarkt ist derzeit auf Grund des Hugendubel-Umbaus gesperrt. Doch auch nach Abschluss der Baumaßnahmen sollen RadlerInnen ausgesperrt bleiben. Dagegen stellt sich ein großes Bündnis aus Verbänden, Gewerbetreibenden und Politik. Mit einer Radldemo machen sie am Samstag, den 30. April unter dem Motto, „SOR – SaveOurRadler“ auf die Unverhältnismäßigkeit der Sperrung sowie die Radler-Petition sor.bike aufmerksam.

Termin: Samstag, 30. April 2016, Beginn 14:00 Uhr, Wittelsbacher Platz

Stein des Anstoßes ist der von der CSU/SPD-Mehrheit getragene Beschluss im Münchner Stadtrat vom 19. November 2015. Der besagt, dass die bekannte und beliebte Route zur Nord-Süd-Querung geschlossen wird. RadlerInnen sollen fortan über den Viktualienmarkt, die Sparkassenstraße, die Alfons-Goppel-Straße und den Hofgarten fahren. „Mit der Demonstration wollen wir den Münchner RadlerInnen einen direkten Vergleich zwischen neuer und alter Radlroute geben“, sagt Andreas Groh vom ADFC München. „Gute Ergänzungsrouten brauchen keine Sperrung. Das zeigt sich auch am Verhalten der RadfahrerInnen, die derzeit weiterhin mehrheitlich die direkte und beliebte Nord-Süd-Querung nutzen.

Kurios wäre es, wenn gerade in einer Radlhauptstadt die Bürgerinnen und Bürger nicht an ihrem Rathaus vorbeiradeln dürfen“, findet Dominic Staat vom Rikscha-Service Pedalhelden. „Sicherlich gibt es Zeiten an denen man am Marienplatz vernünftigerweise nicht mit dem Fahrrad fahren sollte. Die meiste Zeit ist dies jedoch überhaupt kein Problem“, sagt Dominik Lypp vom BUND Naturschutz. „Eine dauerhafte Sperrung ist deshalb unverhältnismäßig. Statt einer Konzentration des gesamten Rad-, Rikscha-, Taxi- und Busverkehrs auf den Viktualienmarkt sollten die Verkehrsströme entzerrt werden“, sagt Andreas Schuster von Green City e.V. „Insbesondere sind dadurch Konflikte und die Gefährdung aller VerkehrsteilnehmerInnen auf der gesamten Route bereits sichtbar und werden sich in der Hauptradelsaison weiter häufen“, ergänzt Maximilian Zwez vom Rikscha-Service Lederhosen-Express.

Mit der Demonstration wollen wir uns explizit nicht gegen die Aufwertung von Ergänzungsrouten aussprechen“, sagt Wolfram Liebscher vom Verkehrsclub Deutschland. „Die Situation zwei Monate nach der Sperrung zeigt aber, dass von einer schnellen und zügigen “Alternativroute” keine Rede sein kann. Von den versprochenen Verbesserungen wurde bisher kaum etwas umgesetzt.“ „Die einzelnen VerkehrsteilnehmerInnen sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es geht uns um eine gemeinsame Lösung“, ergänzt Wolfgang Heidenreich von Urbanes Wohnen e.V. „Je mehr Querungsmöglichkeiten in Nord-Süd-Richtung angeboten werden, desto weniger Konflikte gibt es zwischen den VerkehrsteilnehmerInnen auf den einzelnen Routen“, sagt Paul Bickelbacher vom Bündnis 90/Die Grünen.

Die sogenannte “Alternativroute” weißt aus Sicht des Bündnisses folgende Schwachpunkte auf (siehe Karte):

  1. Insgesamt ist die “Alternativroute” um vierzig Prozent länger als die direkte Verbindung.
  2. Die Kustermannfahrbahn am Viktualienmarkt ist immer noch reine Fußgängerzone, obwohl eine Fahrradstraße versprochen wurde. Deshalb muss dort derzeit mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.
  3. Die Querung des Tals ist extrem unübersichtlich.
  4. Die Sparkassenstraße wurde erfreulicherweise als vorfahrtsberechtige Fahrradstraße ausgeschildert. Leider herrscht hier ebenfalls ständiger Kraftverkehr. Das absolute Halteverbot wird tagtäglich missachtet, weshalb Radfahrer immer wieder ausgebremst werden. Auch die neuen Lieferzonen helfen nicht viel weiter. Kontrollen durch die Kommunale Verkehrsüberwachung bleiben scheinbar aus.
  5. Der Übergang zwischen Falkenturmstraße und Sparkassenstraße an der Pfistermühle ist eng und mit Hindernissen versehen. Zudem oft zugeparkt und ebenfalls mit unbequemen Kopfsteinpflaster versehen.
  6. Die Querung der Maximiliansstraße ist von beiden Seiten mit einer Steigung verbunden und trotz neuer Aufstellflächen schwierig, da diese regelmäßig zugeparkt sind.
  7. Die Alfons-Goppel-Straße weißt ein extrem grobes und unbequemes Kopfsteinpflaster auf. Auch herrscht viel Kraftverkehr.
  8. Die Straße durch den Hofgarten befindet sich im “Privatbesitz” des Freistaats Bayern und ist nicht als öffentliche Verkehrsfläche gewidmet. Weder Radfahrer noch die Stadt könnten gegen eine Sperrung (vergleich Sperrung eines Privatradwegs in Oberhaching Anfang des Jahres) oder sonstige Mängel für Radfahrer vorgehen. Selbst eine Demonstration (Grundrecht, Art. 5 GG) bedarf einer gesonderten Genehmigung durch die  Residenzverwaltung. Eine große Rechtsunsicherheit für Radfahrer.
  9. Die Situation am Odeonsplatz ist extrem unübersichtlich. Das Hofgartentor ist zu eng für viele RadfahrerInnen und mit Pollern versehen. Konflikte mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen sind hier vorprogrammiert.

Wer keine Zeit für die Demo hat, das Anliegen aber dennoch unterstützen möchte, ist herzlich aufgerufen die OnlinePetition unter http://sor.bike zu unterzeichnen.

© ADFC München 2018

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