ADFC München: Trixi-Spiegel sollten nur eine Ergänzung sein

Die Münchner Stadtverwaltung plant, an allen 1100 Kreuzungen der Stadt flächendeckend Sicherheitsspiegel zu installieren. Bis zu 8000 Trixi-Spiegel sollen verhindern, dass Radfahrer oder Fußgänger beim Rechtsabbiegen von Fahrzeugen überrollt werden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München lehnt die Trixi-Spiegel nicht ab, warnt aber vor überhöhten Erwartungen. Wichtiger sind effektive Maßnahmen wie bauliche Verbesserungen der Kreuzungen und die Ausstattung der Fahrzeuge mit Abbiegeassistenten.
 

München, 23.11. 2019 – Die preiswerten Trixi-Verkehrsspiegel stammen aus den 90er-Jahren und sollten die damals noch völlig unzureichenden Lkw-Spiegel ergänzen. Diese im Straßenraum festinstallierten Spiegel können Radfahrende im Gefahrenbereich nur von einer bestimmten Fahrzeugposition aus zeigen. Sie erfordern eine zusätzliche Blickzuwendung des Fahrers. Es besteht aus Sicht des ADFC die Gefahr, dass der Fahrer von der Benutzung der seit 2007 vorgeschriebenen Zusatzspiegel am Lkw abgelenkt wird. Wenn die vorhandenen Lkw-Spiegel vorschriftsmäßig eingestellt sind, gibt es theoretisch keinen „Toten Winkel“.

„Die Realität zeigt leider, dass Lkw-Fahrer oftmals ob der vielen Spiegel überfordert sind, die Spiegel falsch eingestellt oder sogar verdeckt sind“, sagt Andreas Groh, 1. Vorsitzender des ADFC München. „Wir begrüßen jede Maßnahme, die die Verkehrssicherheit verbessert. Bei den Trixi-Spiegeln erwarten wir jedoch keine große Verbesserung der Sicherheit, denn das eigentliche Problem ist der unaufmerksame Fahrer. Daher brauchen wir Abbiegeassistenten mit Kollisionserkennung und Notbremsfunktion.“

Darüber hinaus muss die Radinfrastruktur sicher gestaltet sein. Abbiegeunfälle passieren nicht nur an Kreuzungen, sondern überall dort, wo Fahrzeuge beim Abbiegen auf Radverkehr treffen. Das können auch Einmündungen und Grundstückszufahrten sein. Der ADFC fordert zudem für Lkw das Abbiegen mit Schrittgeschwindigkeit.

Über den ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 185.000 Mitgliedern, davon mehr als 28.000 in Bayern und über 7900 in München, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.

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