Gradmesser 04/2004:
Radlrouting mit Mobinet
Radlrouting mit Mobinet
Einfach angeben, von wo nach wo, und schon erhält man eine Route zum Hinfahren. Jeder Autofahrer kennt das, und manch
ein Radler ist neidisch.
Münchner Radler brauchen jetzt nicht mehr neidisch zu sein. Es gibt ihn, als Ergebnis des Münchener Mobilitätsprojekts
Mobinet: Den Fahrradroutenplaner für München. Einfach unter www.mobinet.de rechts auf "Radl-Routing" klicken, gewünschte
Daten eingeben und auf "Route suchen" klicken. Nach einiger Zeit (natürlich auch abhängig vom verwendeten PC) steht das
Ergebnis zum Ausdrucken zur Verfügung. Wie ist aber das Ergebnis zu werten? Hier ein Wegweiser durch das
Routingprogramm:
Es sind Adressen mit Hausnummern verfügbar, auch kann der Benutzer aus einer Liste auswählen, wenn er eine bestimmte
Sehenswürdigkeit, eine Biergarten usw. sucht. Begriffe wie "Hackerbrücke", "Fröttmaning" und wie Münchens Schnellbahnhöfe
sonst noch heißen, kennt der Rouztenplaner leider nicht. Der Weg vom und zum nächstgelegenen U- und S-Bahnhof bleibt
eine Herausforderung an die eigene Fähigkeit zum Kartenlesen.
- Ohne nähere Angabe sucht der Planer einfach den kürzesten Weg aus.
- Mit den abgestuften Optionen "Nebenstraßen bevorzugen" oder "Nur Nebenstraßen benutzen" können Sie sich Ihren ganz
speziellen Schleichweg ausgeben lassen, oft aber mit vielen Ecken und Kanten.
- Schnelle ausschließlich zielorientierte Radler können sogar wählen, dass "Hauptstraßen bevorzugt" oder "Nur
Hauptstraßen" gewählt werden.
- Die letzte Option ist für alle, die von radweglosen Hauptstraßen Angst haben: "Hauptstraßen ohne Radwege meiden".
Der Routinplaner erbringt zwei Angaben: Einen Ausschnitt aus dem Radlstadtplan mit der eingezeichneten Route und einen
Streckenplan mit Kilometer- und Richtungsangaben.
Soweit die Routen von erfahrenen Münchner Alltagsradlern besichtigt wurden, ist das Ergebnis ganz brauchbar als
Grundlage für eine eigene Routenentscheidung. Die Varianten "Nur Nebenstraßen benutzen" und "Nur Hauptstraßen benutzen"
können zu Fahrtkilometerdifferenzen von 30% führen, so dass jeder und jede selber dann entscheiden kann, ob die
angebotenen Strecken OK sind, oder doch lieber einen ergänzender Blick auf den Radlstadtplan werfen.
Ich kann es nur begrüßen, dass auch für Radfahrer eine Hilfe zum Wege finden angeboten wird. Leider haben ein paar
Routenvorschläge auch ihre echten Schwachstellen:
- Von der Adlzreiterstraße kann man durchaus in den Emil-Muhler-Torweg geleitet werden, der nicht nur ein reiner
Fußweg ist, sondern auch mit ein paar Stufen abwärts und wieder aufwärts aufwarten kann.
- Zum Vermeiden von Hauptstraßen werden Fahrmanöver angeboten wie ein Linksabbiegen von der Schwanthalerstraße in
die Senefelderstraße, so ganz einfach und ganz ohne Ampel.
- Bei der Auswahl restriktiver Straßenwahl (z.B. nur Nebenstraßen) gerät die Route sehr verwinkelt
Somit zeigt sich, dass diese sehr begrüßenswerte Einrichtung doch noch verbesserungsfähig ist.
Karin Hoffmann
info@adfc-muenchen.de