Gradmesser 10/2001: Gemeinsamer Geh- und Radweg Donnersberger Brücke
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Fußgänger im Längsverkehr führen zu unerfreulichen
Klingelaktionen oder Brems- bzw. Ausweichmanövern.
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Die Donnersberger Brücke ist die wichtigste Brücke über die Gleisanlagen
zwischen Pasing und Hauptbahnhof. Mehr als hunderttausend Fahrzeuge rollen
täglich im Zuge des Mittleren Rings darüber oder nutzen ihre zweispurigen Rampen
als Verbindung zur Arnulfstraße oder Landsberger Str. Auch im Öffentlichen
Verkehr spielt sie eine wichtige Rolle: alle S-Bahnen, einige Regionalzüge,
mehrere Buslinien und - etwas abseits - zwei Straßenbahnen sind im Bereich der
Brücke verknüpft . Entsprechend groß sind die Fußgängerströme auf der Brücke,
die mit dem Radverkehr zwischen Neuhausen und Westend oder auf dem Weg zur
S-Bahn um den spärlichen Raum konkurrieren: es stehen nur gemeinsame Geh- und
Radwege mit vergleichsweise geringer Breite zur Verfügung.
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Fahrgäste queren auf dem Weg vom Bus zur S-Bahn den
Fuß-/Radweg in voller Breite: Da heißt es warten.
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Als die Brücke vor wenigen Jahren komplett erneuert wurde und gemeinsame Geh-
und Radwege mit Benutzungspflicht vorgesehen wurden, hatte der ADFC vor
Konflikten zwischen den zahlreichen Fußgängern und Radfahrern gewarnt.
Vergeblich! Die folgenden ärgerlichen Situationen können nun häufig beobachtet
oder erlebt werden: Fahrgäste eilen von der S-Bahn zum Bus (oder umgekehrt),
laufen plötzlich aus dem Treppenaufgang (oder hinter den Wartehäuschen hervor)
und müssen sich unvermittelt mit Radverkehr arrangieren. Wartende Fahrgäste
stehen oft mitten auf der nicht sehr üppigen gemeinsamen Fläche und blockieren
die Durchfahrt für Radfahrer. Die gemeinsamen Geh- und Radwege auf den Rampen
sind durch Fußgängergruppen (2 und mehr Personen), die nebeneinander hergehen
oder sich auch begegnen, schnell in ihrer ganzen Breite belegt und führen so zu
unerfreulichen Klingelaktionen oder Brems- oder Ausweichmanövern. Dabei sind die
Fußgänger oft überrascht: denn wenn sie den Radfahrern entgegengehen, dann
konnten sie das vorwarnende Fuß-/Radweg-Schild von hinten nicht erkennen. Und
umgekehrt, wenn sie aus der anderen Richtung auf dieses Schild zugehen, kommen
dafür die Radfahrer von hinten. Die Geschwindigkeitsunterschiede tun ein
übriges: ein bergab rollendes Fahrrad kann ein Vielfaches der Gehgeschwindigkeit
erreichen.
ADFC lehnt im Allgemeinen die Ausweisung einer Benutzungspflicht
für Radfahrer auf straßenbegleitenden gemeinsamen Fuß-/Radwegen ab. Um hier ein
gefahrloses und einvernehmliches Miteinander zu erreichen, sind noch einige
Verbesserungen nötig (siehe auch
Kriterien für gemeinsame Geh- und Radwege).
Franz Reitbacher
info@adfc-muenchen.de