Gradmesser 4/2001: Neuer Radweg auf der Trasse der stillgelegten
Isartalbahn
Seit den sechziger Jahren fährt die sogenannte Isartalbahn nicht mehr auf
ihrer reizvollen Strecke zwischen Thalkirchen und Solln/Pullach. Letztes Jahr
wurde die durch ein Landschaftsschutzgebiet verlaufende Trasse in einen etwa 2
km langen Radweg umgebaut, der eine bequeme Verbindung des westlichen
Isarhochufers mit den Isarradwegen und zur Innenstadt darstellt. Gleich hinter
dem Sommerbad Maria Einsiedel, in der Benediktbeurerstr., befindet sich der
Anfangspunkt. Von dort steigt der Weg sanft an, bis er auf der
Prinz-Ludwigs-Höhe an der Heinrich-Vogl-Straße endet. Vorher gibt es noch am
Gerblweg eine Abzweigmöglichkeit und eine Unterbrechung in der
Josephinenstraße.
Daß die alte Bahntrasse nicht komplett aufgelassen, sondern in eine derart
lange und praktische Verbindung umgewandelt wurde, verdient Lob. Leider zeigen
sich aber wie bei so vielen anderen neuen Baumaßnahmen immer noch Mängel, die
die Nutzbarkeit nicht unerheblich einschränken.
So wurden an allen vier Zufahrten mit Verweis auf Sicherheitsgründe
Umlaufbarrieren aufgestellt, die die Durchfahrt mit Gepäck oder Anhänger
erschweren. Zusätzlich, um auch ganz sicher zu gehen,
daß der Wechsel zwischen Radweg und Straße nicht übersehen wird, wurden an
der Josephinenstr. die Randsteine nicht abgesenkt. Dies soll allerdings dieses
Jahr ebenso nachgeholt werden wie der Einbau der notwendigen Beleuchtung des
Weges.
Die kurzen Verbindungsstücke zum Gerblweg und zur Heilmannstr., die die
Baufahrzeuge bereits benutzt und eingeebnet hatten, fehlten in der Planung
und wurden erst auf Vorschlag des ADFC mit einbezogen.
Es ist schade, daß der Radweg auf unbestimmte Zeit "in der Luft hängt". So
sind die Fortsetzungen des Weges in Richtung Pullach und Tierparkbrücke
derzeit noch nicht sehr attraktiv. Das Verkehrsaufkommen und gefahrene
Tempo auf den dort anschließenden Straßen ist während des Berufsverkehrs so
hoch, daß vom Radeln mit kleineren
Kinder dann besser Abstand genommen werden sollte.
Schöne "long distance"-Beziehung mit gewissen Hemmungen und
Anschlußschwierigkeiten.
Nachtrag: Ortstermin
Am 16.11.00 erfolgte eine Ortsbegehung des fast fertiggestellten Radwegs . Der
ADFC fand in Herrn Ederer vom Baureferat, Abt. Gartenbau, einen kooperativen
Ansprechpartner. Der sagte zu, die aufgezählten Mangelpunkte kurzfristig zu
beheben bzw. auf Verbesserungsmöglichkeiten zu überprüfen. Wenig
Entgegenkommen signalisierte er aber im Fall der Umlaufbarrieren, deren
"Nebenwirkungen" vor allem für Anhänger, Gepäcktaschen, Tandems und andere
Sonderräder im Baureferat bisher wenig Beachtung finden .
Auf die Frage nach Fortsetzung des Weges verwies Herr Ederer auf
die Gemeinde Pullach, die bisher dazu weder den Willen noch die notwendige
Finanzierungsbereitschaft aufbrachte, jetzt aber wohl ins Grübeln kommt.
Dagegen ist eine Weiterführung des Wegs auf dem ehemaligem Thalkirchener
Bahngelände in Richtung Norden mit Anschluß an bestehende Radwege in Planung.
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