Gradmesser 10/2000: Sonnenstraße mit neuem Radweg

Die Beschreibung

Die Sonnenstraße gehört als Teil des Altstadtrings mit ihren vier bis sechs Fahrspuren zu den am stärksten befahrenen Straßen im Zentrum. Trotzdem und trotz vieler fehlender oder schlechter Anbindungen und Querungsmöglichkeiten wurde sie schon bisher täglich von durchschnittlich 1500 Radfahrern genutzt. In Zukunft könnten es deutlich mehr werden, da hier eine Fahrradhauptroute geplant ist und durch den neuen Radweg auch Radfahrer angelockt werden, die sich bisher hier nicht zu fahren trauten.

Der Radweg verknüpft beidseits der Sonnenstraße den Stachus mit dem Sendlinger Tor und schafft darüberhinaus die Verbindung zu den Radwegen am Lenbachplatz und zur Müller-, Schwanthaler- und Bayerstraße. Allerdings ist der Neubau nicht immer so breit, daß Zweirichtungsverkehr und ein Sicherheitsabstand zum Autobereich durchgehend vorgesehen wurden. Teilweise lassen Treppenschächte oder verwinkelte Führungen nicht einmal das Überholen zu.


Die Bewertung

Die Tester starteten kurz nach der offiziellen Eröffnung Ende August, mussten aber trotzdem noch auf einige Markierungen oder eingeebnete Absenkungen verzichten. Die neue Trasse war dafür schon stark frequentiert und voller Konflikte: schließlich tummelten sich darauf auch viele Fußgänger, Taxigäste, Skater und "Geisterradler". Ein Phänomen, das zum Beispiel auf der Fahrbahn oder einem Fahrradstreifen nicht auftritt. Kritischer als zuvor ist auch die Situation an der Einfahrt in die Herzogspital- und die Schwanthaler Straße: hier wird die Radfurt von zahlreichen Rechtsabbiegern "bedroht" oder blockiert.

Das Queren der Rechtsabbieger am Sendlinger Tor zur Lindwurmstraße funktioniert dagegen erstaunlich gut, denn die Ampelregelung ist für geradeausfahrende Radfahrer relativ günstig geschaltet. Für Verwirrung sorgt dafür das Rechtsabbiegen in den Oberanger: zwar erhalten Autos und der Bus ein gesondertes Abbiegesignal, die Radler auf der davorliegenden Aufstellfläche müßen aber noch warten und blockieren so das Abbiegen.

Sehr erfreulich sind die neuen Fahrmöglichkeiten im Anschluß an die und über die Sonnenstraße, auch wenn nicht alle sofort erkennbar sind (zur Schwanthaler- und Luisenstr. muß man erst queren und dann den Zweirichtungsradweg befahren). Aber warum wurde die Ottostraße abgehängt? Die ist jetzt nur erreichbar, wenn man den Radweg verläßt und zwei Rechtsabbiegespuren überfährt.

Und warum gibt es an der Furt zwischen Stachusbrunnen und Justizpalast keine gesonderte Fahrradampel, die das Überqueren in einem Zug erlauben würde? Das Zeitfenster für fahrradgerechte Grün- und Räumzeiten wäre bereits vorhanden.


Das Ergebnis

noch gut


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