Wenn es in München schneit, sind viele Räumfahrzeuge im Einsatz, um schnell und gründlich die Fahrbahnen der Hauptverkehrsstraßen (des Autoverkehrs) von der weißen Pracht zu befreien. Mehr oder weniger zügig werden die Radwege geräumt, da inzwischen auch immer mehr kleine Schneepflüge verfügbar sind. Doch selbst wenn der störende Schnee vom Radweg entfernt wurde, kommt es nicht selten vor, dass er bei der anschließenden Räumung des benachbarten Gehwegs wieder zugeschüttet wird.
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Häufig endet eine winterliche Radfahrt in einem Schneehaufen, entweder weil die Radlerfläche als Zwischenlager genutzt wird, oder weil der nächste Schneepflug den frisch geräumten Fahrradweg von der Straße her wieder zuschüttet.
Bei Frost ist eine liegengebliebene, aber festgefahrene Schneedecke manchmal noch gut befahrbar; setzt jedoch anschließend Tauwetter (und damit in der Regel verstärkter Radverkehr) ein, verwandelt sie sich oft tagelang in einen beinahe undurchdringlichen Brei. Wenn die Spurrillen dann nachts wieder fest frieren, sind Stürze vorprogrammiert.
Auf Münchens Radwegen wird ausschließlich Splitt gestreut. Auf dem für Radlerinnen und Radler besonders tückischen Glatteis ist sein Nutzen sehr gering. Dafür verursacht der wenig reifenschonende Charakter der scharfen Steinchen auch Tage und Wochen nach dem Verschwinden des letzten Schneefleckens noch so manchen Plattfuß.
Für den Radverkehr wichtige Nebenstraßen werden in vielen Fällen gar nicht geräumt, was sie - nach dem Schneefall oft mehrere Tage lang - für Radfahrerinnen und Radfahrer fast unbenutzbar macht. Besonders gefährlich sind Kreuzungsbereiche, die von durchdrehenden Reifen spiegelglatt poliert und nicht mit Sand abgestumpft wurden. Am Übergang zu einer salzbestreuten Hauptverkehrsader ist auch der mit Salz vermischte und von Autoreifen zermahlene Schnee äußerst tückisch.
Die Qualität des Winterdienstes auf Münchens Radwegen ist von Bezirk zu Bezirk sehr unterschiedlich. Dabei scheint in vielen Fällen ein systematisches und planmäßiges Vorgehen zu fehlen, sowohl bei der Radwegeräumung selbst, als auch in der Abstimmung mit der Räumung der begleitenden Fahrbahn. Obwohl in entsprechenden Untersuchungen die Verwendung von Sand als Streumittel auf Radwegen - besonders bei Glatteisgefahr - bevorzugt wird, setzt München ausschließlich relativ groben Splitt ein.
Dem Nebenstraßennetz, auf dem viele Hauptrouten des Radverkehrs verlaufen, sollte mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden: die Kapazität hierfür dürfte nach erfolgter Räumung der wichtigen Autostraßen vorhanden sein.
Die ungemein wichtige sofortige erneute Räumung von Radwegen bei einsetzendem Tauwetter wird nach Erfahrungen des ADFC in München überhaupt nicht durchgeführt.
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Bürgerinnen und Bürger sollten Kritik und Verbesserungsvorschläge der Stadtverwaltung direkt mitteilen unter dem Winterdienst-Telefon des Baureferats: 089 / 233 - 927 29. |
Franz Reitbacher / Dietmar Imhof