Rauchen kann tödlich sein, Geisterradeln aber auch! - Mit einem der Grafik auf Zigarettenschachteln nachempfundenen Warnhinweis versucht der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) München ab Mittwoch, 2. Mai, Fahrradfahrer davon abzuhalten, auf Radwegen entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung zu fahren. An 18 Radweg-Abschnitten, vor allem an der Lindwurmstraße und Dachauer Straße, hat der Verein entsprechende Beschriftungen auf die Oberfläche des Radwegs angebracht.

Daneben stellt der ADFC Plakattafeln auf, welche die Aktion erklären: 563 polizeilich registrierte Geisterradler-Unfälle gab es 2006 in München. Schwerpunkte dabei waren unter anderem die Lindwurmstraße und die Dachauer Straße mit jeweils 18 Unfällen. Wie die Polizei dem ADFC auf Anfrage mitteilte, handelte es sich dabei vorwiegend um Konflikte an Kreuzungen und Einmündungen. Linksseitig fahrende Radler kollidierten mit aus Querstraßen einfahrenden Autos. Deren Lenker hatten nicht mit Radfahrern aus der falschen Richtung gerechnet und diese beim Einfahren vom Sattel geholt. Immer wieder zogen sich Geisterradler dabei erhebliche Verletzungen zu. Aber auch Radler, die den Radweg korrekt benutzen, fallen regelmäßig Falschfahrern zum Opfer. Fünf Beispiele aus dem Polizeibericht lassen sich auf dem Plakat nachlesen.

Dass es in den letzten Jahren nicht - wie der Warnhinweis suggerieren könnte - zu Todesfällen gekommen ist, hält der ADFC-Vorsitzende Christoph Zindel-Kostelecky, für pures Glück: "Ob man sich beim Zusammenstoß mit einem Auto den Arm oder den Hals bricht, hängt oft nur von Kleinigkeiten ab."

Eröffnet wird die Kampagne am Mittwoch, 2. Mai, um 9.00 Uhr an der Ecke Lindwurmstraße / Kapuzinerstraße mit der Anbringung von Warnhinweisen: Die Aufschrift "Geisterradeln kann tödlich sein" wird auf die Oberfläche des östlichen Radweges an der Lindwurmstraße aufgesprüht. Von Seiten des ADFC werden dessen Kreisvorsitzender Christoph Zindel-Kostelecky, Vorstandsmitglied Martin Feldner und Geschäftsführer Hannes Bojarsky an der Aktion teilnehmen. Angefragt ist Bürgermeister Hep Monatzeder, der die Schirmherrschaft über die Kampagne übernommen hat.

Weitere Informationen finden Sie beim ADFC Hamburg und beim ADFC Magdeburg
Fotos von unserer Aktion in der Lindwurmstraße gibt es hier.


Hannes Bojarsky, Geschäftsführer ADFC München




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